01.12.2010 31.05.2016
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Wattenmeerforschung

Das Wattenmeer ist eines der wenigen verbleibenden großflächigen Ökosysteme in Europa. Es ist von der UNESCO als Weltnaturerbe ausgezeichnet. Das Wattenmeer bildet die mit Abstand größten Nationalparks Deutschlands.

Die Dynamik dieses relativ jungen Lebensraumes, der sich erst nach der letzten Eiszeit vor knapp 7000 Jahren bildete, ist einzigartig. Sedimente, Dünen und Sandplaten werden in rascher Folge gebildet und umgelagert, selbst große Priele verändern ihren Lauf innerhalb kurzer Zeit. Allerdings ist die Wattregion zentrales Tourismusziel, es gibt große Überseehäfen und eine Bevölkerung von etwa 3,5 Mio. Menschen, die in den tief gelegenen Marsch-Gebieten oder auf Düneninseln in Deutschland, den Niederlanden oder in Dänemark leben. Die Zukunft dieser einzigartigen Küstenregion steht vor großen Herausforderungen, die direkt mit dem Anstieg des Meeresspiegels und der globalen Erderwärmung in Verbindung stehen.

Heutige Themen der Wattenmeerforschung spannen einen weiten Bogen von Sediment-Bilanzierungen, Remote-Sensing Monitoring, eingewanderte Arten bis hin zu Fragen, die die Auswirkungen von Klimaveränderungen auf den Lebensraum Wattenmeer untersuchen.

In einem Konsultativprozess mit Verbänden der Wissenschaft und der praxisorientierten Nutzer meereskundlicher Forschung an Nord- und Ostsee wurde eine Küstenforschungs-Agenda erarbeitet, die für die nächsten zehn Jahre als inhaltliche Richtschnur für gezielte Fördermaßnahmen des BMBF im Bereich der Küstenforschung dient. Die Wattenmeerforschung integriert sich in diese Agenda.

Übergeordnetes Ziel dabei ist es, die wissenschaftlichen Grundlagen für ein ökosystemorientiertes, nachhaltiges Management der Küstenressourcen zu entwickeln und stetig zu verbessern. In der Agenda werden sechs Forschungsschwerpunkte hervorgehoben:

  • Hydro-, Sediment- und Morphodynamik,
  • Stoffkreisläufe,
  • Biologischer Wandel,
  • Nutzungsansprüche im Spiegel des Klimawandels,
  • Infrastrukturen im Küsten- und Verkehrswasserbau sowie
  • Beiträge zur Entwicklung von Mess- und Beobachtungssystemen.

Ein bilateraler Aufruf zur Wattenmeer-Forschung mit den Niederlanden wurde 2011 veröffentlicht. Folgende Themen waren Gegenstand der Förderung:

  • Georisiken: Antworten auf die Zunahme des Meeresspiegelanstiegs in der Wattenmeer-Region
  • Biorisiken: Auswirkungen biologischer Invasionen auf den Erhalt der Natur für das Ökosystem Küste in der Wattenmeer-Region

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