TransTourismus - Transdisziplinäre Wissenschaft für nachhaltigen Tourismus

Nachhaltiger Naturtourismus verspricht, wirtschaftlichen Wohlstand mit Umweltschutz zu verbinden. Es gibt jedoch viele Fälle, in denen Naturtourismus zu negativen sozialen, ökologischen und wirtschaftlichen Folgen führt. Ein Beispiel ist, dass der sich rasch entwickelnde Naturtourismus entlang der Küsten die Abwasserentsorgung oft nicht berücksichtigt. Die Einleitung unzureichend behandelten Abwassers aus touristischen Anlagen in das Meer beeinträchtigt marine Ökosysteme, menschliche Gesundheit und die Tourismuswirtschaft, die auf eine intakte Natur angewiesen ist. Tourismusgemeinden in den Tropen kämpfen mit der tourismusbedingten Abwasserbelastung und suchen nach entsprechenden Managementlösungen.

TransTourismus verfolgt das Ziel, Tourismusgemeinden dabei zu unterstützen, ihr Abwassermanagement zu verbessern. Hierzu wird gemeinsam mit verschiedenen  Stakeholdern küstennaher Tourismusgemeinden in den Tropen mittels deliberativer und partizipativer Methoden zur Entscheidungsunterstützung ein ganzheitliches Bild der tourismusbedingten Abwasserbelastung entwickelt und Lösungen zum Abwassermanagement erarbeitet. Das Projekt kombiniert quantitative Methoden mit qualitativen Verfahren, wie zum Beispiel der Grounded Theory und mentaler Modellierung. In Teilstudien werden chemische, ökologische und soziale Indikatoren partizipativ entwickelt, wobei verschiedene marine Ökosysteme (Korallenriff, Seegras, Felsenriff) sowie die unterschiedlichen Prioritäten von Gemeindemitgliedern und Touristen berücksichtig werden. Die einzelnen Teilstudien tragen dazu bei, den Zusammenhang zwischen Tourismuswirtschaft, Gesundheit des Ökosystems, Ökosystemdienstleistungen und menschlichem Wohlbefinden herauszuarbeiten.

 

Projektleitung
Leibniz-Zentrum für Marine Tropenforschung (ZMT)
Dr. Marie Fujitani
Tel.: 0421 / 23800-139
E-Mail: marie.fujitani@leibniz-zmt.de

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