Deutsche IPBES-Koordinierungs­stelle

Nationale Stelle für die Koordinierung nationaler Prozesse zur Unterstützung des Arbeitsprogramms der Intergovernmental Science-Policy Platform on Biodiversity and Ecosystem Services (IPBES) in Deutschland.

Weltweit nimmt die Biodiversität dramatisch ab. Auch in Deutschland ist der Verlust der biologischen Vielfalt deutlich spürbar. 2012 wurde der Weltbiodiversitätsrat (IPBES) gegründet und unmittelbar darauf das IPBES Sekretariat in Bonn angesiedelt. Der Weltbiodiversitätsrat berät politische Entscheidungsträger über den Zustand und die Entwicklung der Biodiversität und von Ökosystemen sowie den damit verbundenen Beiträgen für den Menschen (die auch „Ökosystemleistungen" umfassen). IPBES führt keine eigenen Forschungsarbeiten durch, sondern sammelt und bewertet vorhandene Daten und Auswertungen. Auf dieser Grundlage werden wissenschaftlich gesicherte Handlungsoptionen zum Schutz der biologischen Vielfalt und der Ökosysteme abgeleitet, die politische Entscheidungsträger in ihrer Arbeit unterstützen sollen. Bei der Bewertung der vorhandenen Daten wird IPBES weltweit von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern unterstützt.

Zur Beratung und Unterstützung der nationalen Arbeiten und Prozesse im Rahmen von IPBES haben die Bundesministerien für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit (BMUB, heutiges BMU) sowie Bildung und Forschung (BMBF) im April 2014 die Deutsche IPBES-Koordinierungsstelle am Projektträger im Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR-PT) in Bonn eingerichtet.

Die Deutsche IPBES-Koordinierungsstelle arbeitet an der Schnittstelle zwischen Politik und Wissenschaft. Sie fördert nicht nur die Integration deutscher Fachexpertise in die IPBES-Arbeitsprozesse, sondern unterstützt die auf nationaler Ebene notwendigen politischen Beratungs- und Entscheidungsprozesse.

Die Deutsche IPBES-Koordinierungsstelle hilft damit auch, forschungs- und umweltpolitischen Gestaltungsspielraum zu entwickeln, der wichtige und sichtbare Beiträge Deutschlands zum Schutz und zur nachhaltigen Nutzung der biologischen Vielfalt auf der globalen Ebene ermöglicht.

Ein weiterer Schwerpunkt ist die Öffentlichkeitsarbeit: Die Deutsche IPBES-Koordinierungsstelle berichtet regelmäßig über die wichtigsten Ereignisse und Arbeiten des Weltbiodiversitätsrates, um das Bewusstsein in Forschung, Politik und der breiten Öffentlichkeit für den Schutz der biologischen Vielfalt auf nationaler Ebene zu stärken.

Aus Deutschland engagieren sich bereits zahlreiche Expertinnen und Experten in den IPBES-Expertengruppen und aufgabenbezogenen Arbeitsgruppen (Task Forces). Im Februar 2016 verabschiedete IPBES seine ersten Berichte: Ein inhaltlicher Bericht zur Bedeutung der Bestäubung für die Nahrungsmittelproduktion und ein technischer Bericht zu Modellen und Szenarien. Im März 2018 folgten fünf weitere Berichte: vier regionale Berichte über den Zustand der Biodiversität und Ökosystemleistungen in den Regionen Afrika, Asien-Pazifik, die Amerikas, Europa & Zentralasien; sowie der Bericht zu Landdegradierung und Wiederherstellung.

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