Pfaff-Areal wird klimaneutrales Quartier
Bund fördert Projekt EnStadt:Pfaff – Zusammenarbeit von neun Partnern

Kaiserslautern kann bei der Entwicklung des Pfaff-Areals auf weitere finanzielle Unterstützung zählen. Das Projekt EnStadt:Pfaff wurde im Rahmen der ressortübergreifenden Förderinitiative des Bundes „Solares Bauen / Energieeffiziente Stadt" unter zahlreichen Bewerberstädten ausgewählt und darf nun Fördermittel in Millionenhöhe erwarten. Was genau entstehen soll, das erläuterten die Projektpartner am Montag im Rathaus.
PFAFF-Gelände (Stadt Kaiserslautern)
Aus dem ehemaligen Industrieareal wird ein klimaneutrales Wohn-, Gewerbe- und Technologiequartier.
Foto: Stadt Kaiserslautern

Das Verbundvorhaben hat das Ziel, basierend auf integrierten Konzepten, innovativen Technologien und sozialwissenschaftlichen Forschungen ein klimaneutrales Quartier auf dem ehemaligen Pfaff-Areal zu entwickeln. In einem Teilgebiet soll bis zum Jahr 2022 ein Reallabor entstehen, in dem digital gesteuerte Versorgungskonzepte erforscht und demonstriert werden, flankiert von sozialwissenschaftlicher Begleitung.

Dabei sollen bekannte Technologien optimal kombiniert und effizient eingesetzt und neue Technologien entwickelt und erprobt werden. Insbesondere soll ein sogenanntes elektrisches Smart Grid entstehen. Hierzu werden alle Stromerzeuger, Verteiler, Speicher, und Verbraucher mit Sensoren ausgestattet und die so gewonnenen Daten zur intelligenten Steuerung des Stromnetzes genutzt. Um dabei einen möglichst hohen Anteil an im Quartier erzeugten erneuerbaren Energien zu erreichen, werden Untersuchungen vorgenommen, wie möglichst große Solarleistungen installiert werden können.

PFAFF Gebäude in Kaiserslautern (Stadt Kaiserslautern)
Innovative, leistungsfähige und nachhaltige Infrastrukturen für Strom, Wärme, Kälte, E-Mobilität und digitale Dienstleistungen werden bis 2022 im Pfaff-Quartier realisiert.
Foto: Stadt Kaiserslautern

Mit dabei beim „Kickoff" am Montag im Rathaus waren Vertreter aller neun an dem Verbundprojekt beteiligten Partner. Verbundkoordinator ist die Stadt Kaiserslautern, genauer gesagt das städtische Referat Umweltschutz, die wissenschaftliche Leitung des Projektes hat das Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme (ISE) aus Freiburg inne. Projektpartner sind weiterhin die Pfaff-Areal-Entwicklungsgesellschaft (PEG), die Stadtwerke Kaiserslautern (SWK), das Fraunhofer-Institut für Experimentelles Software Engineering (IESE) aus Kaiserslautern, die Hochschule Trier / Umweltcampus Birkenfeld, die Hochschule Kaiserslautern, die Hochschule Fresenius (Idstein) sowie die Palatina Wohnbau GmbH, die jeweils verschiedene, vom Bund geförderte Teilprojekte durchführen.

Gemeinsam habe man sich, wie der Beigeordnete Peter Kiefer erläuterte, mit einer Projektskizze bei der Förderinitiative ‚Solares Bauen / Energieeffiziente Stadt' beworben, einer ressortübergreifenden Initiative des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie und des Bundesministeriums für Bildung und Forschung. „Wir sind hocherfreut, dass Kaiserslautern den Zuschlag bekommen hat, und bedanken uns beim Bund für das Vertrauen", so der Umweltdezernent. Mit EnStadt:Pfaff biete sich die einmalige Chance, die Klimaschutzziele der Stadt wieder ein Stückchen näher zu holen und gleichzeitig die Modernität und Urbanität des neuen Quartiers zu unterstreichen. „Ein echtes Leuchtturmprojekt, das erneut beweist, dass Kaiserslautern in Fragen der Digitalisierung und der technologischen Entwicklung ganz vorne mit dabei ist", so auch Oberbürgermeister Klaus Weichel.

Gemeinsam mit dem von den beiden Ministerien beauftragten Projektträger Jülich wurde bereits ein konkreter Zeit- und Finanzplan erstellt. Insgesamt liegt das Projektvolumen bei rund 27 Millionen Euro, auf die Stadt entfallen davon 1,7 Millionen Euro – davon wiederum 1,4 Millionen Euro Fördermittel. Innerhalb des Konsortiums ist die Stadt neben der Leitung insbesondere auch für die Entwicklung des Reallabor-Zentrums mit einer richtungsweisenden Zukunftsstadt-Ausstellung zuständig. Der Bewilligungszeitraum startete am 1. Oktober.