01.01.2015 Open end
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Junior Research Groups Social-ecological Research

Sustainability research needs well qualified young researchers, who are able to contribute to solutions for complex societal problems such as climate change or the energy transformation. For that reason, the BMBF is funding interdisciplinary junior research groups in the field of Social-Ecological Research.

In order to further strengthen transdisciplinary sustainability research, the funding concept of the German Federal Ministry of Education and Research (BMBF) for Social-Ecological Research (SOEF) includes structural funding formats besides topically orientated funding measures (such as "Sustainable Economy" or "Sustainable Transformation of Urban Areas"). Enhancing the skills of young researchers to work in an interdisciplinary and transdisciplinary manner is regarded as being especially important in this area. So far, the German scientific system is still very much organized in a disciplinary manner. Interdisciplinary and especially transdisciplinary approaches are not sufficiently recognized. On this basis it is rather difficult for young researchers working transdisciplinary to build scientific careers, even though past funding within Social-Ecological Research has led to some progress regarding this issue. The evaluation carried out in 2012/2013 shows that funding results are leading into the right direction, however not sufficiently so as of yet.

The funding measure „SOEF-junior research groups" aims at further developing both institutional as well as individual capacities, which are direly needed to implement interdisciplinary and transdisciplinary sustainability research. Young researchers shall receive the opportunity to further qualify in the interlinked fields of natural sciences, engineering and social sciences, thus improving their academic qualification and career opportunities in interdisciplinary and transdisciplinary research, in the economy and in civil society. While working on a self-chosen topic, the junior research groups are encouraged to focus - beyond the research results themselves - on developing and cultivating an interdisciplinary research culture. Furthermore, the funding measure aims at encouraging universities in particular to open up further to interdisciplinary and transdisciplinary research approaches. The projects are due to run for five years. This fairly long project duration is meant to be sufficient to cope with the special challenges of interdisciplinary and transdisciplinary research and at the same time ensure the academic qualification of junior researchers.

The seven SOEF-junior research groups having started in 2016 work on the following topics: systemic risks with regard to plastics, production of agricultural seeds, obsolescence, migration, planning, mobility, and rebound-effects. In 2017/2018 five additional junior research groups have started working on the sharing economy, the transformation of the energy system, nature based solutions and the sustainability impact of digitalized production processes. Between April and July 2019 seven further projects will start.

Durch die Digitalisierung und Vernetzung von Produktionsprozessen (Industrie 4.0) beginnt für die fertigende Industrie eine Phase fundamentaler Transformation. Diese wirkt sich auf Gesellschaft und Umwelt aus. Die bisherigen Diskussionen zu Industrie 4.0 fokussieren vor allem auf die Verbesserung von Produktivität sowie politische Rahmenbedingungen, während die ökologische Dimension eine untergeordnete Rolle spielt. Dabei ist es unbestritten, dass die industrielle Produktion mit erheblichen Umweltwirkungen einhergeht. Eine digitale industrielle Transformation bietet Potentiale beispielsweise zur Ressourceneinsparung, birgt aber auch Risiken unter anderem in Bezug auf die Rolle des Menschen in der digitalisierten Produktion, die frühzeitig erforscht werden müssen.

Project Objectives

Betriebliches Nachhaltigkeitsmanagement betrifft Technik, Belegschaft und Organisation gleichermaßen und muss daher integrierend betrachtet werden. Ein transdisziplinärer Forschungsansatz ist daher zwingend erforderlich. Das Thema wird aus ingenieurstechnischer, soziologischer, informationstechnischer und ökologisch-politischer Perspektive anhand der vier folgenden Arbeitspakete untersucht: 1. Potentiale für Nachhaltigkeitsmanagement durch Industrie 4.0; 2. Der Mensch in der digitalisierten Produktion; 3. IT-Kopplung von Umweltinformations-systemen mit digitalisierten Fertigungsprozessen; 4. Digitalisiertes Nachhaltigkeitsreporting und Compliance. Das primäre Ziel der Nachwuchsgruppe ProMUT ist es, entlang des gesamten Produktlebenszyklus die durch Digitalisierung industrieller Prozesse entstehenden Potentiale für das betriebliche Nachhaltigkeitsmanagement zu identifizieren und zu evaluieren. Als zentrales Ergebnis soll daraus ein Gesamtkonzept für ein verbessertes Nachhaltigkeitsmanagement in einer digitalisierten Produktion entwickelt werden. Hieraus werden Handlungsempfehlungen für Politik und Wirtschaft abgeleitet.

Project Management

Institute for Advanced Sustainability Studies e.V. (IASS), Potsdam
Dr.-Ing. Grischa Beier
Tel.: 0331 / 28822-380
E-Mail: grischa.beier@iass-potsdam.de

Verbundpartner:
Universität Potsdam
Lehrstuhl für Wirtschaftsinformatik,
insb. Prozesse und Systeme

Gesellschaftliches Wirtschaften und Handeln basiert auf funktionierenden Ökosystemen und den Leistungen, die sie bereitstellen. Der menschliche Einfluss, u.a. durch Klimawandel, Biodiversitätsverlust, Landnutzungsänderungen und nicht zuletzt Urbanisierung, ist eine zunehmende Belastung für Ökosysteme. Bezeichnend für urbane Räume ist eine besonders starke Veränderung des natürlichen Wasser- und Energiehaushalts sowohl an Ort und Stelle des urbanen Raums selbst als auch in der Region um die Stadt. Über technische Infrastrukturen sind urbane Gesellschaften komplex mit Ökosystemen vernetzt. Wasser spielt hier eine besondere Rolle, sowohl für die Gesellschaft als überlebenswichtige Ressource, als auch für die Natur als Habitat und Umweltleitmedium.

Project Objectives

Die Forschungsgruppe SEE-URBAN-WATER befasst sich gezielt mit der Interaktion technischer Infrastruktursysteme und urbaner Ökosysteme sowie dem urbanen Umland in Entwicklungsländern. Anhand von Fallbeispielen werden in repräsentativen Untersuchungsgebieten (1. Stadtgebiet, 2. urbanes Gewässer und 3. Flusseinzugsgebiet) natur-basierte Stadtentwässerungs- und Abwasserinfrastrukturen entwickelt, erprobt sowie deren Auswirkungen untersucht. Die Untersuchungen erfolgen standortbezogen an repräsentativen Stellen, die eine Übertragbarkeit auf andere Gebiete bzw. Gewässerabschnitte ermöglichen sollen. Darüber hinaus wird im weiteren Flusseinzugsgebiet untersucht, welchen Einfluss diese Maßnahmen auf die Bereitstellung von Ökosystemleistungen und die Schadstoffaufnahmekapazität naturnaher Gewässerökosysteme haben. Das übergeordnete Projektziel ist es, die Grundlage für einen nachhaltigen gesellschaftlichen Transformationsprozess durch die Entwicklung und Erprobung natur-basierter Wasserinfrastrukturen zu erarbeiten. Darüber hinaus sollen die Ergebnisse für öffentliche Aufgaben der Stadtentwässerung, Abwasserbehandlung, Gewässerschutz und zum Katastrophenschutz, insbesondere von der Stadtverwaltung, den Wasserver- und Abwasserentsorgungsunternehmen sowie dem Umweltministerium für das Stadtgebiet, das Flusseinzugsgebiet als auch für andere Regionen und öffentliche Institutionen, genutzt werden.

Project Management

Technische Universität Darmstadt
Institut für Angewandte Geowissenschaften
Fachgebiet für Ingenieurökologie
Prof. Dr.- Ing. Jochen Hack
Tel.: +49 6151 16-20981
E-Mail: contact@geo.tu-darmstadt.de

Negative Auswirkungen der konventionellen Stromerzeugung, vor allem der Klimawandel, sollen durch den staatlich geförderten Ausbau erneuerbarer Energien (EE) reduziert werden. Doch auch durch den Ausbau erneuerbarer Energien wird die Umwelt belastet, etwa durch die Zerstörung natürlicher Habitate, Lärmemissionen und Veränderungen des Landschaftsbildes. Mithin kann die Energiewende umweltpolitische Zielkonflikte erzeugen, beispielsweise zwischen Klimaschutz auf der einen und Natur- und Landschaftsschutz auf der anderen Seite. Damit die Transformation des Stromsektors langfristig tatsächlich in nachhaltiger Weise gelingen kann, müssen derartige Konflikte bei der Ausgestaltung der politischen Rahmenbedingungen für die Energiewende mitgedacht werden.

Project Objectives

MultiplEE entwickelt im ersten Schritt ein umfassendes Set von Nachhaltigkeitskriterien für den Ausbau erneuerbarer Energien, das Umwelteffekte einschließt. Anschließend werden in einem inter- und transdisziplinären Prozess Szenarien für konkrete Anpassungen der politischen Steuerungsinstrumente entwickelt. Diese sollen das Potential haben, die Zielkonflikte zu minimieren. Zu den möglichen Politikszenarien zählen unter anderem eine Ökologisierung des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) und die Ertüchtigung der Raumplanung. Die ausgewählten Politikszenarien werden sowohl konzeptionell als auch empirisch bewertet. Dazu werden Ansätze aus der Ökologie, der Energiesystemanalyse, der Ökonomie und der Politikwissenschaft zusammengeführt. Ziel des Projektes ist es, Handlungsempfehlungen für die Weiterentwicklung der Energie- und Umweltpolitik zu erarbeiten, damit der Ausbau erneuerbarer Energien in Zukunft in nachhaltigerer Weise gesteuert werden kann. So sollen konkrete, praxistaugliche Vorschläge vorgelegt werden, wie die energie- und umweltpolitischen Instrumente auf regionaler, nationaler und europäischer Ebene entsprechend ausgestaltet und angepasst werden sollten.

Project Management

Universität Leipzig
Wirtschaftswissenschaftliche Fakultät
Prof. Dr. Paul Lehmann
Tel.: 0341 / 97-33614
E-Mail: lehmann@wifa.uni-leipzig.de

Mit Online-Plattformen zum Teilen, Tauschen und Gemeinsam-Nutzen sind positive Erwartungen bezüglich ihrer ökonomischen, ökologischen und sozialen Wirkungen verbunden. Bestehende Plattformorganisationen, die die nötige Infrastruktur (Daten-, Software- und Servicelösungen) zentralisiert besitzen und anbieten, werden in der öffentlichen Debatte jedoch zunehmend kritisch betrachtet: Aufgrund von monopolähnlichen Stellungen dieser Plattformen, blieben erhoffte positive ökonomische Verteilungseffekte oftmals aus. Zudem stehe zu befürchten, dass durch Sharing-Modelle realisierte Einsparungen für weiteren Konsum genutzt werden und hierdurch die erhoffte ökologische Wirkung vermindert würde. Als Gegenbild zu den kritisierten Plattformen werden verschiedene alternative Organisationsformen und Modelle diskutiert und erprobt, in denen vom zentralistischen Ansatz durch Dezentralisierung auf verschiedenen Ebenen abgewichen wird.

Project Objectives

platforms2share untersucht die Ausgestaltungsformen von Plattformorganisationen aus unterschiedlichen Perspektiven. Neben den technologischen Voraussetzungen und Entwicklungspfaden von Plattformorganisationen (z.B. Blockchain-Technologie, Kryptowährungen und Smart Contracts) werden Transformationspotentiale kooperativer Organisationsformen (z.B Genossenschaften, Plattform-Kooperativen) und der institutionelle Kontext untersucht. Auf individueller Ebene werden Motive, Merkmale und das Verhalten von Gründer*innen, Mitarbeiter*innen und Nutzer*innen von Plattformorganisationen erforscht. Zudem werden mögliche gesellschaftliche und gesamtwirtschaftliche Wirkungen wie z.B. Verteilungs- und Wohlfahrtseffekte sowie Einflüsse auf Wettbewerb und Marktstrukturen bewertet. Ökologische Wirkungen auf die natürliche Umwelt werden unter Berücksichtigung von Rebound-Effekten untersucht. Hierfür werden bestehende Methoden der Ökobilanzierung weiterentwickelt.
Die Nachwuchsgruppe hat zum Ziel, Entwicklungspfade und Gestaltungsoptionen für die digitale Sharing Economy aufzuzeigen, mit denen eine Transformation hin zu einer nachhaltigen Gesellschaft befördert werden kann. Auf Grundlage der Wirkungsanalyse sollen ordnungspolitische Implikationen formuliert werden, die dazu beitragen, die sozial-ökologischen Potentiale von digitalen Plattformkooperativen der Sharing Economy zu heben.

Project Management

Universität Mannheim
Institut für Mittelstandsforschung
Dr. Dominika Wruk
Tel.: 0621/ 181-2887
E-Mail: wruk@ifm.uni-mannheim.de

Verbundpartner:
Institut für ökologische Wirtschaftsforschung
Fraunhofer-Institut für Bauphysik

Soziale Nachhaltigkeit sowie die Einsparung von Ressourcen und Emissionen sind Effekte, die oftmals mit der Sharing Economy assoziiert werden. Weniger besitzorientierte Konsummuster und eine intensivere und längere Nutzung von Produkten und Produktionsmitteln können mit kollaborativeren Lebens- und Wirtschaftsweisen einhergehen. Vor allem durch die zunehmende Digitalisierung hat die Sharing Economy einen Aufschwung erlebt. Große Plattformanbieter wie Uber oder Airbnb profitieren von schnellem Wachstum, der aber häufig auf Kosten der Nachhaltigkeit geschieht.

Project Objectives

UrbanUp verbindet die beiden Schlüsselfelder "Sharing Economy" und "Urbane Transformation" über das Konzept der Urban Sharing Society. Es wird davon ausgegangen, dass  Sharing neben digital vernetzten und effizienten Plattformstrukturen und Nutzungsmustern vor allem einen umfassenden kulturellen Wandel bedeutet. Daher braucht es eine Kombination ökonomischer und sozialwissenschaftlicher Analyse mit Ansätzen ökologischer Wirkungsabschätzung, um Potentiale und Dynamiken einer Urban Sharing Society zu verstehen. Darauf basierend werden Potentiale der Sharing Economy entlang von drei Ansatzpunkten (Lebensstile, Unternehmensstrategien, Politikinstrumente) und auf drei Analyseebenen untersucht: 1) Geschäftsmodelle; 2) Narrative der Sharing Society; 3) ökologische Wirkungspotentiale urbaner Sharing-Konzepte. Ziel ist es, die Sharing Economy im Kontext urbaner Transformationsprozesse zu untersuchen und nachhaltige Upscaling-Strategien zu entwickeln. Das Konzept der Urban Sharing Society liefert dabei Ansatzpunkte für die Reduzierung von Umweltbelastungen (z.B. durch shared mobility), neue Wohlstandsperspektiven (Sharing-Konzepte im Bereich Wohnen, Crowdfunding, Plattform-Services) und Bürgerbeteiligung bzw. sozialen Zusammenhalt. Konkret werden in diesem Zusammenhang ein Leitfaden für Städte zur Entwicklung von Strategien auf dem Weg zu einer Urban Sharing Society erstellt, Informationsmaterialien für Bürger und Bürgerinnen sowie Workshop-Formate für Unternehmen entwickelt.

Project Management

Bergische Universität Wuppertal
Zentrum für Transformationsforschung und
Nachhaltigkeit (TransZent)
Prof. Dr. Karoline Augenstein
Tel.: 0202 74746442
E-Mail: augenstein@uni-wuppertal.de

Dr. Alexandra Palzkill-Vorbeck
Tel.: 0202 74746442
E-Mail: alexandra.palzkill@wupperinst.org

Verbundpartner:
Wuppertal Institut für Klima, Umwelt, Energie
Collaborating Centre on Sustainable Consumption and Production

Saatgut war bis zu Beginn des 20. Jahrhunderts eine Ressource, welche von Landwirten als Gemeingut erhalten, getauscht und auf den Feldern weiterentwickelt wurde. Dies änderte sich mit der Intensivierung im Agrarsektor, die ein kommerzialisiertes, privatisiertes und zunehmend monopolisiertes System von Pflanzenzüchtung und Saatgutproduktion entstehen ließ. Neben positiven Effekten wie der Ertragssteigerung wirft dieses System auch Fragen der Nachhaltigkeit auf, insbesondere hinsichtlich des weltweiten Verlusts kultivierter Nutzpflanzenvielfalt und der Einschränkung von Ernährungssouveränität. Das Ziel gemeingüterbasierter Saatgutzüchtung und -produktion ist es, genetisch vielfältige Nutzpflanzen hervorzubringen, die eine angepasste, unabhängige und widerstandsfähige Saatgutproduktion insbesondere für ökologische sowie für kleinbäuerliche Anbausysteme ermöglichen.

Project Objectives

Die Nachwuchsgruppe untersucht das Nachhaltigkeits- sowie das Marktpotenzial von gemeingüterbasierten Ansätzen der Saatgutproduktion (wie beispielsweise der partizipativen Pflanzenzüchtung und der Produktion samenfester, nachbaufähiger Sorten) mittels Fallstudien in Deutschland und auf den Philippinen. Ziel des Projekts ist es, neue Formen des Umgangs mit Saatgut, die eine Alternative zu den überwiegend marktbasierten Regimes der Eigentumsrechte darstellen, hinsichtlich ihrer sozial-ökologischen Wirkungen zu bewerten und weiterzuentwickeln. In einem transdisziplinären Forschungsprozess sollen Lernprozesse auf nationaler wie internationaler Ebene initiiert und erfolgsversprechende Geschäftsmodelle, Züchtungsansätze, Kommunikations- und Governance-Strategien für die beteiligten Saatgutinitiativen in Deutschland und auf den Philippinen erarbeitet werden. Die Forschungsergebnisse werden politikorientiert aufbereitet, u.a.in Form eines Positionspapiers anlässlich der Bilanzierung der internationalen  Aichi-Biodiversitätsziele . Zudem wird ein Kommunikationsinstrument zur ökologischen Pflanzenzüchtung erstellt, mithilfe dessen die beteiligten deutschen Saatgutinitiativen bei der zielgruppenspezifischen Ansprache ihrer Stakeholder unterstützt werden sollen.

Project Management

Carl von Ossietzky Universität Oldenburg
Department für Wirtschafts- und Rechtswissenschaften
Juniorprofessur Ökonomie der Gemeingüter
Prof. Dr. Stefanie Sievers-Glotzbach
Tel.: 0441 798-2854
E-Mail: stefanie.sievers-glotzbach@uni-oldenburg.de

Verbundpartner:
Georg-August-Universität Göttingen, Abteilung Agrarökologie

Institut für ökologische Wirtschaftsforschung (IÖW) gGmbH

Der städtische Verkehr sowie die damit assoziierten Emissionen (CO2, Feinstaub, Lärm etc.), Energieverbräuche und verkehrsplanerischen Herausforderungen (Flächenversiegelung, Staus, Parkplatzmangel etc.) stellen eine Belastung für Städte dar und machen einen Wandel notwendig. Aktuelle Entwicklungen im Bereich der modernen Informations- und Kommunikations-Technologien, inter- und multimodale Mobilitätslösungen sowie Sharing-Konzepte bieten vielversprechende Wandlungspotenziale für ein ökologisch sinnvolles und wirtschaftlich lohnendes Zusammenspiel von Mobilität und nachhaltiger Energienutzung.

Project Objectives

Die Forschungsgruppe DynaMo untersucht entsprechend aktuelle Wandlungsprozesse bzw. zukünftige Wandlungspotenziale (Dynamiken) im Bereich urbaner Mobilität. Der Fokus liegt dabei auf sozialen und technischen Innovationen im sozio-technischen System der Mobilität (z.B. Integration von Elektrofahrzeugen in Micro Smart Grids oder quartiersbezogene sowie intermodale Mobilitätskonzepte). Das Projekt verfolgt das Ziel, dazu beizutragen, dass urbane Mobilitätsysteme im Sinne der Nachhaltigkeit wirtschaftlich leistungsfähiger, sozial verträglicher und ökologisch tragfähiger gestaltet werden. Hierzu wird aus politikwissenschaftlicher Perspektive untersucht, welche Governance-Arrangements (z.B. Standards, Label, Public-Private-People-Partnerships) zur erfolgreichen Umsetzung von Mobilitätsinnovationen erforderlich sind. Sozialwissenschaftlich beschäftigt sich das Projekt damit, wie sich Wandel von (Mobilitäts-)Praktiken und damit verbundenen Lebensstilen vollzieht. Zudem wird aus wirtschafts- und technikwissenschaftlicher Perspektive erarbeitet, wie Verkehrssysteme durch den Einsatz von Informations- und Kommunikations-Technologien technisch optimiert werden können und wie sich mobilitätsbasierte Geschäftsmodellinnovationen im urbanen Kontext umsetzen lassen.
Neben Systemwissen erarbeitet die Forschungsgruppe DynaMo auch Transformationswissen in Form von adressaten-gerechten Handlungsempfehlungen für die Umsetzung entsprechender nachhaltiger Mobilitätskonzepte. Dies geschieht in enger Zusammenarbeit mit Praxisakteuren in einem transdisziplinären Kooperationsprozess.

Project Management

Universität Stuttgart
Zentrum für Interdisziplinäre Risiko- und Innovationsforschung der Universität Stuttgart (ZIRIUS)
Dr. Marco Sonnberger
Tel.: 0711 685 84297
E-Mail: marco.sonnberger@zirius.uni-stuttgart.de

Westfälische Wilhelms-Universität Münster
Institut für Politikwissenschaft
Prof. Dr. Antonia Graf
Juniorprofessorin für Global Environmental Governance
Tel.: 0251 83-29355
E-Mail: antonia.graf@uni-muenster.de

Verbundpartner:
Fraunhofer-Institut für Arbeitswirtschaft und Organisation (IAO)

Universität Stuttgart  Institut für Arbeitswissenschaft und Technologiemanagement (IAT)

Umweltwandel und Migration können sich gegenseitig bedingen: So können sich verändernde Umweltbedingungen, zum Beispiel in Form von Dürren und Starkwetterereignissen als Folgen des Klimawandels, zu Abwanderungsbewegungen beitragen. Ebenso kann Einwanderung neue ökologische Probleme wie die Übernutzung natürlicher Ressourcen verursachen. Diese Phänomene werden sich aller Voraussicht nach aufgrund steigender Bevölkerungszahlen einerseits und der globalen Erderwärmung andererseits noch verstärken. Bisher fehlt jedoch ein tiefgehendes Verständnis der zugrunde liegenden Mechanismen.

Project Objectives

Das übergeordnete Ziel von MigSoKo ist es, die Mechanismen zu untersuchen, die den sich gegenseitig beeinflussenden Phänomenen Migration und Umweltwandel zugrunde liegen. Dazu sollen räumliche Muster von Migration und Umweltveränderungen identifiziert und begründet werden. Ebenso soll der kausale Zusammenhang von Umweltwandel, Bevölkerungsdruck und Migration sowie den ökologischen Konsequenzen von Migration erklärt werden. Hierzu werden im Projekt Daten und Methoden verschiedener Disziplinen auf verschiedenen räumlichen Ebenen (lokal, national, regional, global) systematisch miteinander kombiniert. So werden Zensus- und Fernerkundungsdaten mit Befragungen von Migranten, einer computergestützten Modellierung und partizipativen Szenarien verknüpft, um Mechanismen der umweltbedingten Abwanderung sowie ökologische Konsequenzen von Wanderungsbewegungen in Äthiopien zu identifizieren und zu erklären. Darauf basierend wird schließlich ein Instrument für politische Entscheidungsträger entwickelt, das eine systematische Integration von Migration und nachhaltiger Ressourcennutzung in Klimaanpassungspolitiken und -programmen ermöglicht. Damit zu erzielende Effekte sind beispielsweise eine verbesserte Existenzgrundlage der Haushalte vor Ort, eine regionale Verbesserung der Umweltbedingungen sowie überregionale Synergieeffekte.

Project Management

Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung GmbH - UFZ
Dr. Kathleen Hermans
Tel.: 0341 235-4754
E-Mail: kathleen.hermans@ufz.de

Insbesondere mit der Produktion und Entsorgung vieler Produkte des 21. Jahrhunderts gehen signifikante Umweltprobleme einher. Neben geschlossenen Stoffkreisläufen, der Verbesserung von Produktionsbedingungen und nachhaltigem Design wird vor allem auch eine Verlängerung der Nutzungsdauer von Produkten als wichtiger Hebel zur Steigerung der Ressourcenproduktivität und -effizienz diskutiert. Jedoch zeichnet sich ab, dass die Lebens- bzw. Nutzungsdauern insbesondere von Elektronikgeräten in Privathaushalten konstant bleiben oder sogar kürzer werden. Im öffentlichen Diskurs wird als Begründung für die kurzen Nutzungsdauern oft der Begriff  Obsoleszenz genannt. Vermutet wird dabei, dass ein Produkt, verglichen mit einem technisch möglichen Idealzustand, frühzeitig veraltet und nicht mehr gebrauchsfähig ist oder als nicht mehr funktional und brauchbar betrachtet wird. In der empirischen Forschung fehlt bisher ein umfassender Erklärungsansatz für das Zusammenwirken von Wirtschafts- und Konsumpraktiken sowie eine systematische, theoretisch fundierte Entwicklung von Strategien zur Überwindung von Obsoles€zenz.

Project Objectives

Hier knüpft die Nachwuchsgruppe an, indem sie eine Theorie der Obsoleszenz aus technik-, wirtschafts- und sozialwissenschaftlicher Perspektive entwickelt. Eine differenzierte Darstellung des Problemhintergrunds bildet die Ausgangsbasis für die Entwicklung von Szenarien, Transformationspfaden und konkreten Maßnahmen, die lange Nutzungsdauern von Elektronikprodukten technisch, wirtschaftlich, politisch und gesellschaftlich ermöglichen. So wird u.a. eine Prüfmethode zur Qualitäts- und Zuverlässigkeitsmessung ( EcoReliability-Check ) entwickelt und erprobt. Aus den Ergebnissen werden öko-innovative Geschäftsmodelle und gesellschaftspolitische Strategien zur Verbreitung langlebiger Produkte und innovativer Praktiken (beispielsweise Design für Recycling, Reparatur-Cafés, Upcycling oder Prosuming) abgeleitet. Dabei steht die enge Kooperation mit Praxispartnern aus Wirtschaft (vor allem aus der Elektronikbranche) und Zivilgesellschaft sowie politischen Entscheidungsträgerinnen und Entscheidungsträgern im Vordergrund. So sollen beispielsweise öko-innovative Unternehmen mit Hilfe einer eigens entwickelten Konsument/innen-Typologie dabei unterstützt werden, in Produktdesign und -vermarktung die Kundenbedürfnisse in Bezug auf Langlebigkeit, Zuverlässigkeit und ökologisches Design besser zu berücksichtigen.

Project Management

Technische Universität Berlin
Zentrum Technik und Gesellschaft
Dr. Melanie Jaeger-Erben
Tel.: 030 314 21084
E-Mail: jaeger@ztg.tu-berlin.de

Fraunhofer-Institut für Zuverlässigkeit und Mikrointegration (IZM)
Dr. Janis Winzer
Tel.: 030 46403-7984
E-Mail: janis.winzer@izm.fraunhofer.de

Die Digitalisierung ist ein gesellschaftlicher Megatrend, der sich bereits in vollem Gang befindet und in den nächsten Jahren noch an Fahrt zulegen wird. Digitalisiert werden nicht nur Fließbänder in Fabriken (Stichwort Industrie 4.0), sondern auch der tägliche Konsum, vom Online-Shopping bis zum Streaming von Filmen  ganz zu schweigen von der zwischenmenschlichen Kommunikation durch E-Mails, Kurznachrichten und soziale Netzwerke. Nun folgt die digitale Vernetzung von Milliarden Gegenständen. Das  Internet der Dinge  die Vernetzung von Umwelt, dem Menschen und der sogenannten  Dingwelt (Maschinen und Produkte)  wird als neue Wachstumsstrategie gepriesen. Doch die Auswirkungen der Digitalisierung auf die Nachhaltigkeit sind bisher noch wenig erforscht.

Project Objectives

Diese Forschungsgruppe untersucht soziale und ökologische Auswirkungen der Bereitstellung und des Konsums digitaler Dienstleistungen in den drei Bedarfsfeldern Handel/Ernährung, Mobilität und Wohnen. Aus ökologischer Sicht stehen die Konzepte der Rebound-Risiken und der Suffizienz-Chancen im Mittelpunkt. Durch die Digitalisierung wird vieles effizienter. Dadurch werden Ressourcen, Kosten und Zeit eingespart. Werden diese jedoch an anderer Stelle für neue Nachfrage verwendet, entstehen so genannte Rebound-Effekte, welche die Effizienzpotentiale zumindest teilweise neutralisieren oder sogar überkompensieren. Andererseits kann die Digitalisierung dabei helfen, Suffizienz beim Konsum und der Lebensführung zu verwirklichen, sowie neue und gemeinschaftliche Nutzungsperspektiven von Gütern und Dienstleistungen eröffnen. So wird es beispielsweise einfacher, auf ein eigenes Auto zu verzichten, wenn eine App den optimalen Weg mit dem (Leih)Fahrrad und/oder öffentlichen Verkehrsmitteln aufzeigt. Aus sozialer Sicht untersucht die Forschungsgruppe zudem, wie sich Einkommensverteilung und Einflussmöglichkeiten durch die Digitalisierung von Dienstleistungen verändern. Es wird ermittelt, mit welchen Rebound-Effekten zu rechnen ist, und wie hoch diese ausfallen werden. Sodann werden Handlungsansätze und Steuerungsvorschläge entwickelt, die Rebound-Risiken begrenzen, Suffizienz-Chancen heben und eine demokratische und faire Wirtschaft begünstigen können. Die Forschungsgruppe führt eine Life-Cycle-Analyse ausgewählter digitaler Dienstleistungen durch und analysiert den Einfluss digitaler Dienstleistungen auf öffentlichen Diskurs, privaten Konsum und sozialen Wandel. Zudem entwickelt sie Konzepte für ein suffizienzorientiertes Marketing digitaler Dienstleistungen und diskutiert Politiken und Maßnahmen, wie wirtschaftspolitische Rahmenbedingungen für eine nachhaltige Digitalisierung gesetzt werden können.

Project Management

Technische Universität Berlin
Institut für Berufliche Bildung und Arbeitslehre
Prof. Dr. Tilman Santarius
Tel.: 0176  5799 7878
E-Mail: santarius@tu-berlin.de

Verbundpartner
Institut für ökologische Wirtschaftsforschung (IÖW) gGmbH
Dr. Steffen Lange

Kunststoffe sind aufgrund ihrer vielseitigen Einsatzmöglichkeiten aus dem alltäglichen Leben nicht mehr wegzudenken und haben viele wirtschaftliche Bereiche sogar revolutioniert. Mit ihrer Produktion, Verwendung und Entsorgung sind allerdings globale Umweltrisiken verbunden, die sich auf unterschiedliche Systeme auswirken. Insbesondere die Akkumulation von Kunststoffabfällen sorgt für Umweltprobleme und stellt in Form von Mikroplastik eine massive Bedrohung für ganze Ökosysteme dar. Das Projekt fokussiert auf die drei Bereiche  Verpackungen und nachhaltiger Konsum ,  Mikroplastik in Fließgewässern sowie  Plastikabfälle in internationalen Gewässern .

Project Objectives

Ziel von PlastX ist es, den gesellschaftlichen Umgang mit Plastik als systemisches Risiko in sozial-ökologischen Versorgungssystemen konzeptionell zu erfassen. Dabei wird von geteilten Risiken ausgegangen, die sowohl Risikoverursacher als auch -betroffene umfassen. So sollen integrative, praxisnahe Lösungsstrategien anhand der Handlungsfelder Vermeidung, Alternativen und Management entwickelt werden. Hierzu wird untersucht, inwieweit Konsumenten darauf achten, dass Produkte im Lebensmittelhandel nachhaltig verpackt sind und wie Alternativen zu konventionellen Verpackungskunststoffen bewertet werden können. In einem zweiten Handlungsstrang wird analysiert, wie sich Mikroplastik auf Fließgewässerökosysteme ökotoxikologisch auswirkt. Zudem wird beispielhaft anhand von Plastikabfällen in internationalen Gewässern das Problem von nicht beseitigtem Plastikmüll als globalisiertes Umweltproblem dargelegt und es werden globale sowie lokale Managementstrategien anhand eines Multi-Level-Ansatzes entwickelt. Durch die Vernetzung mit Praxispartnern aus dem Umfeld der Politikberatung können die Ergebnisse direkt in politische Prozesse einfließen. Das Projekt zielt darauf ab, Innovationsprozesse (z.B. bei der Verpackungsgestaltung) anzustoßen, zur Umsetzung von Wasserschutzstrategien und zu einer ökonomisch und ökologisch effektiveren Planung des Abfallmanagements beizutragen.

Project Management

Institut für sozial-ökologische Forschung (ISOE) GmbH
Dr. Carolin Völker
Tel.: 069 7076919-59
E-Mail: voelker@isoe.de
Dr. Johanna Kramm
E-Mail: kramm@isoe.de

Verbundpartner:
Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt am Main

Max-Planck-Institut für Polymerforschung

Ob beim Hochwasserschutz, dem Siedlungs- und Abwassermanagement oder bei der Sicherung von Wasserqualität und -versorgung: Wasser spielt bei einer resilienten Entwicklung von Stadt-Umland-Regionen eine gewichtige Rolle. Von natürlichen Prozessen inspirierte Ansätze - sogenannte naturbasierte Lösungen - können Gesellschaften helfen, ökologische, soziale und ökonomische Herausforderungen auf nachhaltige Weise zu bewältigen. Zu diesen naturbasierten Lösungen zählt zum Beispiel die Renaturierung von Auen und Feuchtgebieten oder die Transformation von Ackerland in Grasflächen. Diese Ansätze können beispielsweise zur Resilienz gegenüber Überflutungen und Dürren beitragen oder die Wasserqualität verbessern. Zudem sind naturbasierte Lösungen oftmals kostengünstiger als technische Alternativen.

Project Objectives

Übergeordnetes Ziel der Nachwuchsgruppe ist es, durch intelligente räumliche Planung und, soweit möglich, mithilfe von naturbasierten Lösungen zu einer Bewältigung von wasserbezogenen Herausforderungen beizutragen. Eine intelligente Planung berücksichtigt soziale, ökologische und ökonomische Ziele, nutzt angemessene Synergien, verwendet Geodesign-Technologien und setzt SolutionLabs als Plattformen zur Zusammenarbeit mit Praxisakteuren ein. Die im Projekt gewonnenen Erkenntnisse sollen in Form eines  Toolkits für die Planung und Realisierung von naturbasierten Ansätzen verfügbar gemacht werden. An zwei Best Practice Beispielen in Deutschland und den Niederlanden soll zunächst Wissen über Rahmenbedingungen und Gestaltungsoptionen von Planungs- und Umsetzungsprozessen für naturbasierte Lösungen gewonnen werden. Anschließend wird dieses Wissen im Flusseinzugsgebiet der Lahn erprobt und weiterentwickelt. Abschließend wird die Übertragbarkeit im Ausland eruiert. Die Ergebnisse münden in einen Handlungsleitfaden, der methodische Unterstützungen für zukünftige Planungen bieten und die Wahrscheinlichkeit einer tatsächlichen Umsetzung erhöhen soll.

Project Management

Leibniz Universität Hannover
Institut für Umweltplanung
Prof. Dr. Christian Albert
Tel.: 0511 762-17949
E-Mail: albert@umwelt.uni-hannover.de

Verbundpartner:
Leibniz-Zentrum für Agrarlandforschung (ZALF) e.V.
Dr. Barbara Schröter

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