Forschungsprojekte zeigen, wie die Industrie klimaneutral werden kann

Von der Stahl- bis zur Chemieproduktion: 19 Projekte aus der BMFTR-Fördermaßnahme „KlimPro-Industrie“ präsentieren konkrete Ergebnisse, die aufzeigen, wie die deutsche Grundstoffindustrie ihre Treibhausgasemissionen reduzieren kann.

Deutschland hat sich zum Ziel gesetzt, bis 2045 klimaneutral zu sein. Dabei spielt insbesondere die energieintensive Grundstoffindustrie – etwa Stahl, Zement, Glas, Keramik und Chemie – eine Schlüsselrolle, da sie mit rund 24 Prozent einen großen Anteil an den gesamten Treibhausgasemissionen Deutschlands verursacht. Im Rahmen der Fördermaßahme „KlimPro-Industrie“ erforschten seit 2021 19 Projekte, wie prozessbedingte Emissionen in unterschiedlichen Industriezweigen vermieden oder reduziert werden können. Die Vorhaben wurden vom Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR) mit insgesamt rund 30 Millionen Euro gefördert. Am 23. Und 24. Februar 2026 stellten die Projekte auf der Abschlusskonferenz von „KlimPro-Industrie“ in Berlin ihre neu entwickelten Verfahren vor. Diese tragen zur Emissionsreduktion bei und stärken damit gleichzeitig die Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen.

In interdisziplinären Verbünden arbeiteten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler eng mit Industriepartnern zusammen – von kleinen und mittleren Unternehmen bis hin zu Großunternehmen. Dieser anwendungsorientierte Ansatz stellt sicher, dass die entwickelten Technologien nun nach Projektende in Pilot- und Industrieanwendungen überführt werden können.

Von CO₂-armen Pflastersteinen bis zum „Glas der Zukunft“ 

Die abgeschlossenen Projekte decken ein breites Spektrum an Lösungsansätzen ab – von neuen Prozesstechnologien, Einsatzstoffen und Energieträgern über innovative Materialien bis hin zu Lösungen für mehr Energieeffizienz. In Versuchsanlagen konnte demonstriert werden, dass sich prozessbedingte Emissionen erheblich reduzieren lassen, ohne die Produktqualität oder die Versorgungssicherheit zu gefährden.

Das Team des Projekts K4 unter Leitung von Heidelberg Materials AG entwickelte zwei wegweisende Verfahren: einerseits ein neues Verfahren, das recycelte Rohstoffe nutzt und somit bereits bei der Herstellung die Emissionen deutlich senkt, und andererseits ein sogenanntes Karbonatisierungsverfahren, das CO₂ dauerhaft in Betonprodukten wie Pflastersteinen speichert. Durch die Kombination beider Ansätze lassen sich die Emissionen um mindestens 20 Prozent reduzieren. Mit diesen neuen Produktionsmethoden leistet die Zementindustrie einen aktiven Beitrag zur Transformation einer nachhaltigeren Baustoffindustrie. (mehr)

Das Forschungsprojekt MiGWa (Mikrowelle-Glas-Wasserstoff) zeigt, wie Hightech-Forschung den Weg zu einer klimafreundlichen Glasproduktion ebnen kann. Gemeinsam mit Partnern testete die Schott AG zwei zukunftsweisende Methoden: die Beheizung der Glas-Schmelzwannen mit Mikrowellenenergie sowie die Nutzung von Wasserstoff als sauberen Brennstoff. Beide Ansätze versprechen deutliche CO₂-Einsparungen und zeigen, wie die Glasindustrie Schritt für Schritt nachhaltiger und zukunftsfähiger werden kann. (mehr)

Diese und weitere Projektergebnisse aus „KlimPro-Industrie“ sind ein wichtiger Baustein für die Transformation der Grundstoffindustrie. Sie liefern messbare Einsparpotenziale und stellen konkrete Technologielösungen bereit.

„KlimPro-Industrie“ – eine Fördermaßnahme mit Zukunftsperspektive 

Aktuell bringt das BMFTR die Förderung „KlimPro-Industrie“ in eine zweite Phase und treibt damit neue Projekte in allen Branchen der Grundstoffindustrie voran. Im Fokus stehen dabei unter anderem die Elektrifizierung von Prozessen, die Nutzung von Wasserstoff und anderen alternativen Energieträgern, der verstärkte Einsatz von Recycling- und Biomasse-Rohstoffen sowie neue, energieeffiziente Verfahren entlang ganzer Wertschöpfungsketten. So stärkt die Fördermaßnahme Schlüsseltechnologien für die Dekarbonisierung der Industrie und setzt gleichzeitig die Hightech Agenda Deutschland um.