Forschung belegt Handlungsbedarf: Mobilität klimaresilient und sozial gestalten
Wie kann eine gesunde und nachhaltige Mobilität aussehen? Dies untersuchte das vom BMFTR geförderte Projekt AMBER und stellte die Ergebnisse am 27. März 2026 vor.
Aktive Mobilität – zu Fuß, mit dem Fahrrad oder mit öffentlichem Nahverkehr (ÖPNV), das heißt, mit Bus oder Bahn – leistet einen Beitrag zu einer klimagerechten und zugleich gesunden Mobilitätswende. Welche Aufgaben dies für Städte in Zukunft bedeutet, untersucht das Forschungsprojekt AMBER. Gefördert wird das Vorhaben vom Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR) im Rahmen der Fördermaßnahme „Nachwuchsgruppen: Klima, Umwelt und Gesundheit“.
Das AMBER-Projektteam führte eine Citizen‑Science‑Studie zum Thema „Mobil auf deine Weise“ durch, an der sich mehr als 200 Berlinerinnen und Berliner über mehrere Monate beteiligten und so Aufschluss über ihre alltägliche Mobilität gaben.
Ein zentrales Ergebnis der Studie betrifft die Qualität der Infrastruktur. Eine Forschungsgruppe bestätigte und dokumentierte zahlreiche Hindernisse, die täglich die aktive Mobilität (zu Fuß, mit dem Rad oder mit dem öffentlichen Nahverkehr) erschweren. Dazu zählen beschädigte oder zu schmale Wege, fehlende Barrierefreiheit sowie Belastungen durch Lärm und Luftverschmutzung. Beispielhaft wurde etwa ein gläsernes Bushaltestellendach als „unangenehm heiß bis drückend“ beschrieben, weil es keinerlei Schutz vor Sonneneinstrahlung bietet.
Die Studie verdeutlicht somit ein Gesundheits- und Gerechtigkeitsproblem: Wenn Wege ungeschützt, unsicher oder belastend sind, können Menschen mit Beeinträchtigungen sie schwerer nutzen. Die Studie zeigt, dass insbesondere an Hitzetagen eine klimaresiliente Infrastruktur, sichere und schattige Fuß- und Radwege sowie weniger Autoverkehr entscheidend sind, um Hitzeinseln zu reduzieren und Mobilität für alle gesund zu gestalten.
Weitere Studie in Vorbereitung
Geleitet wird das Projekt AMBER von zwei Nachwuchsforschenden. Im Rahmen der Veröffentlichung der Studienergebnisse am 27. März 2026 in Berlin erklärte Dr. Vivian Frick vom Institut für ökologische Wirtschaftsforschung: „Ich bin beeindruckt von dem großen Engagement der Citizen Scientists – also Bürgerinnen und Bürger – sowie den vielfältigen Einblicken, die sie seit April 2025 eingebracht haben. Sie haben in Befragungen und in gemeinsamen Workshops zahlreiche Forschungsfragen bearbeitet, Daten zur Alltagsmobilität erhoben, Ergebnisse analysiert und diskutiert.“
Prof. Dr. Jan Keller von der Universität Heidelberg ergänzte: „Citizen Science kann die Vielfalt der Perspektiven sichtbar machen. Das ist der Beitrag unserer Studie, denn gerade die Bedarfe von benachteiligten Menschen wurden in der Mobilitätsforschung und -politik bisher zu wenig gehört.“ Insgesamt nahmen an der Veranstaltung rund 150 Personen teil.
Ziel des Projektes ist es, weitere Daten zu sammeln und so die Übertragbarkeit auch auf andere Großstädte zu prüfen. So wird die Studie nun von April 2026 bis März 2027 in Frankfurt an der Oder sowie dem Umland durchgeführt (siehe Link zur Anmeldung).