Weltwassertag: Internationale Kooperationen verbessern Wassersicherheit und stärken Frauen

Der diesjährige Weltwassertag rückt unter dem Motto „Water and Gender“ die enge Verbindung zwischen Wasserzugang, Gleichstellung und sozialer Gerechtigkeit in den Mittelpunkt. Im Rahmen seiner internationalen Aktivitäten unterstützt das BMFTR Initiativen und Projekte, die Frauen stark einbinden und zu konkreten Verbesserungen in ihrem Alltag beitragen.

Weltweit haben rund 1,8 Milliarden Menschen kein Trinkwasser direkt in ihrem Zuhause. Besonders betroffen sind Frauen: In zwei von drei Haushalten tragen sie die Hauptverantwortung für die Wasserversorgung und verbringen täglich 250 Millionen Stunden damit, Wasser zu holen – Zeit, die für Bildung, Beruf oder gesellschaftliche Teilhabe fehlt. Auf diese Situation machen die Vereinten Nationen zum Weltwassertag am 22. März aufmerksam. Eine stärkere Einbindung von Frauen in Entscheidungsprozesse und Projekte im Wasserbereich ist daher ein zentraler Baustein, um Versorgungssysteme inklusiver und nachhaltiger zu gestalten. Initiativen wie das vom Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR) geförderte Kooperationsprogramm Wassersicherheit in Afrika (WASA) liefern hierzu wichtige Beträge.

In WASA entwickeln Partnerinnen und Partner aus Deutschland sowie Ländern des südlichen Afrikas in gemeinsamen Forschungsprojekten praxistaugliche Lösungen, um die Wasserver- und Abwasserentsorgung in der Region langfristig zu sichern. Maßgeblich an der Konzeption des Programms beteiligt waren Expertinnen wie Dr. Mamohloding Maahlo, Leiterin für Geschäftsentwicklung und Partnerschaften bei der südafrikanischen Water Research Commission (WRC), die WASA mitfinanziert, und Joanna Fatch, leitende Referentin für Wasserressourcenmanagement im Afrikanischen Ministerrat für Wasser (AMCOW). Sie und weitere hochrangige Vertreterinnen von Wasserministerien im südlichen Afrika und deren nachgeordneten Behörden sind auch im WASA Governing Board vertreten. Das Gremium unterstützt das Programm durch strategische Beratung, um zu gewährleisten, dass die Forschung mit nationalen und regionalen Anforderungen eng verzahnt wird.

So entsteht zum Beispiel im Projekt WaReNam eine nationale Wasserwiederverwendungsstrategie für Namibia, deren erste Rohfassung noch in diesem Jahr vorgelegt werden soll. Sie sieht vor, über ein Drittel der kommunalen Abwässer des Landes zu recyceln, um zusätzliche Wasserressourcen für die Versorgung zu erschließen und die Abhängigkeit von knappen oberirdischen Wasservorkommen zu verringern. Koordiniert wird das Projekt auf afrikanischer Seite von Maria Amakali, Leiterin der Abteilung für Wasserressourcenmanagement im namibischen Ministerium für Landwirtschaft, Fischerei, Wasser und Landreform (MAFWLR) und Mitglied des WASA Governing Boards. Sie zeigt, wie wichtig es ist, Expertinnen gezielt in die Verwaltungsstrukturen zur Umsetzung der Strategie einzubeziehen, damit Wissen und Bedürfnisse von Frauen angemessen berücksichtigt werden.

Auch beim Aufbau der künftigen Fach- und Führungskräfte im Wassersektor der afrikanischen Partnerregionen fördert WASA die Beteiligung von Frauen. In den sieben Verbundprojekten sind mehr als zehn Doktorandinnen und etwa 50 weitere Wissenschaftlerinnen aktiv in die Forschung eingebunden. In Zusammenarbeit mit Hochschulen entstehen in einigen Projekten zudem neue Ausbildungsformate, die langfristig zur Qualifizierung von Fachkräften beider Geschlechter beitragen.

Mit FEAT4AFRICA unterstützt das BMFTR darüber hinaus über das internationale Forschungsnetzwerk Belmont Forum ein Projekt, das insbesondere die Lebenssituation von Frauen und jungen Menschen in afrikanischen Städten verbessern soll. Im Mittelpunkt des Vorhabens, das zum 1. März 2026 gestartet ist, steht der Zusammenhang zwischen Wasser, Energie, Ernährung und Gesundheit – der sogenannte Water-Energy-Food-Health (WEFH) Nexus. In mehreren afrikanischen Ländern, darunter Nigeria, Kamerun und Südafrika, wollen Forschende gemeinsam mit lokalen Partnern neue, kostengünstige und solarbetriebene Anbaumethoden im städtischen Umfeld erproben, die ohne Erde auskommen und auf die lokalen Verhältnisse zugeschnitten sind. Dabei können Wasser, Energie und Fläche eingespart werden. Besonders für Frauen eröffnen sich dadurch neue Möglichkeiten, um die Ernährung ihrer Familien zu sichern und sich sogar Einkommensquellen aufzubauen.

Hintergrund

Das Programm „Wassersicherheit in Afrika“ wurde gemeinsam von afrikanischen und deutschen Expertinnen und Experten aus Wissenschaft und Praxis entwickelt. Auf deutscher Seite ist das Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR) federführend beteiligt. Wesentlicher Inhalt des Programms sind Beiträge zu den Nachhaltigkeitszielen der Vereinten Nationen. Es ergänzt zudem die nationalen Strategien der beteiligten Länder im südlichen Afrika. Ein internationales Governing Board der beteiligten Ministerien begleitet die Durchführung des Programms. Kooperationsländer von WASA in Afrika sind Angola, Botsuana, Namibia, Sambia, Südafrika und Tansania. Sieben deutsch-afrikanische Projekte mit vierjähriger Laufzeit sind im Mai 2024 gestartet. 

Das Belmont Forum ist eine internationale Partnerschaft von Förderorganisationen, wissenschaftlichen Ausschüssen und regionalen Konsortien. An drei von zehn in 2026 gestarteten Kooperationsprojekten des Africa Regional Calls beteiligt sich das BMFTR durch Förderung deutscher Partner.  

(Nachrichtenquelle: Projekttträger Karlsruhe (PTKA)