FLEXIBLE UTILITY – Mit sozio-technischer Flexibilisierung zu mehr Klimaresilienz und Effizienz in der städtischen Infrastruktur (FLEXITILITY)

Versorgungsinfrastrukturen neu gedacht: Durch einen flexibleren Einsatz von Infrastrukturen und Ressourcen soll die Rolle der einzelnen Abnehmer:innen erforscht werden, um deren Handlungskapazität unter klimabedingten Veränderungen zu steigern.

Auswirkungen des Klimawandels wie Starkregen, extreme Trockenheit oder lang andauernde Hitzeperioden erfordern den Umbau der lebensnotwendigen Versorgungsinfrastrukturen wie für Wasser, Abwasser und Energie hin zu klimaresilienten Systemen. Hierfür stehen drei Strategien zur Disposition: ein sehr kapitalintensiver und mit steigenden Vorhaltekosten einhergehender Ausbau von Infrastrukturen, ein Paradigmenwechsel hin zu mehr Dezentralisierung, der jedoch ebenfalls mit hohen Kosten und weiteren Einschränkungen einhergeht, sowie als dritte Alternative eine Flexibilisierung des Infrastruktur- und Ressourceneinsatzes.

Das geplante Vorhaben greift letztere Strategie auf und hat zur Zielsetzung, die Anpassungsfähigkeit des großteiligen, zentralen Systems, insbesondere die Rolle des einzelnen Abnehmers, neu zu denken und seine Handlungskapazität unter klimabedingten Veränderungen zu steigern. Die Vorteile eines flexibleren Infrastruktur- und Ressourceneinsatzes liegen im Verschlanken der benötigten Infrastruktur sowie der Optimierung des Ressourceneinsatzes. Kernaufgabe wird es sein, sozio-technische Potenziale (FlexOpt) entlang der Wertschöpfungsketten in den Bereichen Wasser/ Abwasser, Strom und Wärme zu betrachten und aus der Perspektive der Klimaresilienz und Wirtschaftlichkeit zu bewerten. Weiterhin sollen Maßnahmen (FlexStrat) in den Bereichen Geschäftsmodelle, Anreizsysteme, Ge- und Verbote, Kommunikation- und Information sowie Stadtplanung und -entwicklung zur Realisierung der Potenziale entwickelt werden.

Eine erste Vorauswahl von FlexOpt ist bereits in der Definitionsphase erfolgt und wurde in die Gruppen 1) nutzerseitig verankerte Flexibilisierung, 2) technische Steuerung und 3) bauliche Anpassung unterteilt. Auch die Abgrenzung der Themenbereiche für FlexStrat (s. o.) erfolgte in der Definitionsphase unter Einbeziehung verschiedener Stakeholder (Versorgungsunternehmen, Verbraucher:innen, Verwaltungen). In der Definitionsphase wurde auch erörtert, wie die verschiedenen Stakeholder in der Untersuchungsregion bereits in die Formulierung der Ausgangsfrage(n), die Analyse und die Bewertung einbezogen werden. Diese Vorarbeit mündete in die konzeptionelle Überlegung, für das Forschungsvorhaben verschiedene (Real-)Labore als Untersuchungsarena zu entwickeln. Im Konkreten handelt es sich um das bereits bestehende Konstrukt des Reallabors der Energieavantgarde Anhalt als übergeordnetes Untersuchungsfeld und Verwertungskanal für die Ergebnisse des Projekts sowie zwei Fokusfelder: einem zum Teil virtuellen Untersuchungsraum für Verbraucheranalysen sowie dem „Resilienz-Labor" als Raum für Forschungsarbeiten im Bereich der Stadtverwaltung und -politik.

Als Resultat des Vorhabens soll ein praxistauglicher Baukasten zur Steigerung der Bewältigungskapazität in der städtischen Infrastrukturversorgung im Umgang mit klimawandelbedingten Extremwetterereignissen stehen. Dieser Baukasten besteht aus 1) sozio-technischen FlexOpt, 2) FlexStrat zu deren Aktivierung in der Praxis sowie 3) einer Simulationsumgebung, die das Zusammenspiel zwischen Stakeholdern intersektoral abbilden, den Beitrag der FlexOpt und FlexStrat zur Steigerung der Klimaresilienz bewerten und effektive Handlungsstrategien für kommunale Aufgabenträger:innen, Infrastrukturbetreiber:innen und deren Kunden ableiten soll.

Projektleitung
Dr. Shahrooz Mohajeri
inter 3 GmbH
Otto-Suhr-Allee 59
10585 Berlin

Tel.: +49(0)30 3434 74 40
E-Mail: mohajeri@inter3.de

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