01.08.2015
31.12.2019


Paläo Modellierung (PalMod)

Die Förderinitiative PalMod untersucht, identifiziert und quantifiziert die bestimmenden Prozesse, und simuliert das Klima der letzten 130.000 Jahre bis zur Gegenwart mit hochaufgelösten Erdsystemmodellen.
Simulation der Glazialen Eisschilde im Rahmen des Projektes PalMod. Farben zeigen die Flussgeschwindigkeit des Eises. Zur besseren Sichtbarkeit wurden Topographie und Bathymetrie um einen Faktor 100 erhöht dargestellt. Hintergrundbild: NASA Blue Marb (Florian Ziemen / Max-Planck-Institut für Meteorologie)

Simulation der Glazialen Eisschilde mit PISM (Parallel Ice Sheet Model)


Foto: Florian Ziemen / Max-Planck-Institut für Meteorologie

Das Klima der Erde hat sich bereits seit Beginn der Industrialisierung erheblich verändert, z. B. mit signifikanter globaler Oberflächenerwärmung, Rückgang der Eisbedeckung und Meeresspiegelanstieg (IPCC 2013). Hierzu wurde der Begriff "Anthropozän" geprägt, um den starken Einfluss des Menschen auf das System Erde zu beschreiben. Doch große natürliche Klimavariationen wurden auch in der Vergangenheit beobachtet. Die bekanntesten Variationen sind die z. T. sehr raschen Abfolgen von Kalt- und Warmperioden. Um diese zu verstehen, müssen sie mit umfassenden Erdsystemmodellen modelliert werden, sodass zuverlässig Prognosen für das zukünftige Klima gestellt werden können.

Mit der Fördermaßnahme PalMod werden die Klimadynamik, die natürliche Klimavariabilität und die zu Grunde liegenden Steuerungsprozesse während des letzten Glazialen Zyklus (die vergangenen 130.000 Jahre) sowie deren Auswirkungen auf das Klima der Zukunft untersucht. Dazu werden die relativen Beiträge der Prozesse, die das Klima der Erde während des letzten glazialen Zyklus bestimmt haben, identifiziert und quantifiziert und das Klima der letzten 130.000 Jahre bis zur Gegenwart mit Erdsystemmodellen simuliert.  Um diese sehr langen Simulationen über einen Zeitraum von 130.000 Jahren erst zu ermöglichen, optimieren Informatiker die bestehenden Erdsystemmodelle und verbessern dadurch deren Laufzeit.

Mit den Ergebnissen aus diesen Modellstudien kann die Belastbarkeit von Klimaprojektionen besser abgeschätzt und die Aussagekraft zukünftiger Klimasimulationen entsprechend verbessert werden. Damit werden Voraussetzungen für eine Verbesserung der Anpassungsfähigkeit von Wirtschaft und Gesellschaft an zukünftige Klimaschwankungen geschaffen.

Die Fördermaßnahme ist auf mehrere Förderzyklen ausgelegt (zwei bis drei Phasen mit insgesamt etwa zehn Jahre Laufzeit). Das BMBF unterstützt die von 2015 bis 2019 laufende erste Phase der Fördermaßnahme mit 54 Einzelprojekten mit 19 Mio. €. Im Auftrag des BMBF (Referat 723 „Globaler Wandel“) betreut der Bereich Umwelt und Nachhaltigkeit des DLR Projektträgers die Förderinitiative fachlich und administrativ.

Zuletzt geändert: 14.01.2016