REGULUS bringt Forschung in den Wald – und die Praxis zurück ins Labor
Wie kommt Forschung wirklich im Wald an? Die 3. REGULUS-Statuskonferenz in München zeigte mit Exkursion, Fachvorträgen und intensiven Diskussionen, wie der Transfer zwischen Wissenschaft und Praxis konkret gelingen kann.
Am 16., 17. und 18. März 2026 traf sich die REGULUS-Community zu einem dreiteiligen Ereignis rund um die dritte Statuskonferenz des Forschungsverbunds. Den Auftakt machte eine Reallabor-Exkursion auf die Versuchsflächen des Forschungsprojekts LabForest – bevor anschließend über 130 Teilnehmende aus Wissenschaft, Praxis, Ministerien und Projektträgern im Gasteig HP8 in München zu zwei produktiven Konferenztagen zusammenkamen.
Reallabor-Exkursion: Wissenschaft zum Anfassen auf den LabForest-Flächen
Rund 60 Teilnehmende erkundeten am Vortag der Statuskonferenz per Busshuttle die Versuchsflächen von LabForest – und erlebten REGULUS-Forschung unmittelbar vor Ort. An vier thematischen Stationen wurden aktuelle Forschungsthemen direkt im Gelände vermittelt:
- Fernerkundung – Wie Satellitenbilder und Sensordaten Waldbestände sichtbar machen
- Hydrometeorologie – Wasser im Wald: Messung, Modellierung, Bedeutung
- Biodiversität – Artenvielfalt als Indikator für Waldgesundheit
- Waldschutz – Bedrohungen erkennen, Resilienz stärken
In Gruppen von jeweils rund 15 Personen wurden die Inhalte wissenschaftlich fundiert und zugleich greifbar und praxisnah vermittelt. Die Gesamtmoderation übernahmen Lukas Lehnert und Wolfgang Obermeier; die Stationsrunden leiteten Leah Vogelfänger, Paul Eisenschink, Daniel Svanidze, Tobias Thymian sowie Kolleg*innen der LWF. Das Format der Reallabor-Exkursion steht sinnbildlich für das, wofür REGULUS unter anderem steht: Wissenschaft, die ankommt.
Tag 1: Impulsvortrag, Forschungspräsentationen und Diskussionsinseln
Den Auftakt der eigentlichen Statuskonferenz am 17. März setzte ein Impulsvortrag von Prof. Dr. Ulrich Schraml (Forstliche Versuchs- und Forschungsanstalt Baden-Württemberg, FVA) mit der programmatischen Frage: „Was braucht die Praxis von der Wissenschaft – und wieviel davon?" – eine Einladung zur ehrlichen Reflexion über die
Schnittstelle zwischen Forschung und forstlichem Alltag. Anschließend präsentierten zehn Wissenschaftler*innen in einer frühen Karrierephase ihre aktuellen Forschungsergebnisse – souverän, hochmotiviert und thematisch beeindruckend vielfältig. Die Bandbreite von
REGULUS zeigte sich dabei in ihrer ganzen Stärke. In den Diskussionsinseln vertiefte das Plenum die Inhalte in sechs thematischen Clustern:
- Waldmanagement & Reallabore
- Waldwahrnehmung
- Alles rund ums Holz
- Fernerkundung
- Modellierung
- Forschungsdaten
Lebhafter und konstruktiver Austausch war dabei garantiert.
Tag 2: Postersessions, Posterpitches und Paneldiskussion
Der zweite Konferenztag gehörte der Vielfalt der REGULUS-Forschung: 36 Posterpitches in vier Sessions spiegelten die thematische Breite des Verbunds eindrucksvoll wider – von KI-gestützter Baumarterkennung über myzelbasierte Biomaterialien bis hin zu Stadtbaum-Bewässerungsstrategien. Die sich anschließenden Diskussionsinseln boten Raum für tiefgehenden wissenschaftlichen Austausch – genau das, wofür REGULUS steht. Den inhaltlichen Abschluss bildete die Paneldiskussion „Vom Labor zum Wald und wieder zurück – Welche Brücken müssen wir bauen?", moderiert von Prof. Dr. Andreas Bolte (Thünen-Institut). Am Podium saßen:
- Dr. Irene Seling (AGDW – Arbeitsgemeinschaft Deutscher Waldbesitzerverbände)
- Dr. Ralf Straußberger (BUND Naturschutz Bayern)
- Philipp Gloning (Bayerisches Staatsministerium für Ernährung,
- Landwirtschaft, Forsten und Tourismus)
- Rudolf Plochmann (Bayerische Staatsforsten)
Die Diskussion brachte Stimmen aus Politik, Naturschutz, Waldbesitz und Forstpraxis an einen Tisch und machte deutlich: Der Transfer von Forschungsergebnissen in die Praxis braucht Dialog – und Brückenbauende auf beiden Seiten.
REGULUS-Posterpreis 2026
Ein besonderes Highlight war die Verleihung des REGULUS-Posterpreises 2026: Gleich drei Poster wurden durch das Publikum ausgezeichnet:
- Paul Eisenschink, Wolfgang Obermeier et al. (LabForest) – Employing Remote Sensing
- Maren Hille & Heidi Döbbeler (ReHa) – Wissenstransfer Regionalstudie Harz – ReHa
- Korbinian Tartler, Clemens Detsch et al. (A-DUR) – Waldverjüngung im Wandel
Die Preisträger*innen erhielten Urkunden sowie REGULUS-Schneidebretter mit dem treffenden Slogan: „REGULUS – gemeinsam dicke Bretter bohren."
Herzlichen Dank an alle Teilnehmenden, Vortragenden, Posterautor*innen und das gesamte Organisationsteam, das dieses außergewöhnliche Format möglich gemacht hat!