17.01.2012
30.06.2021


Zusammenarbeit mit dem südlichen Afrika in der Meeresforschung (SPACES)

Das südliche Afrika ist eine der Regionen, welche bereits akut unter dem Klimawandel leidet: Wetterextreme wie Dürren und Überschwemmungen sind in den letzten Jahren merklich häufiger geworden. Insbesondere im südlichen Afrika sind die klimabedingten Auswirkungen im Vergleich zu anderen Regionen der Welt teilweise deutlich früher und intensiver zu beobachten, da hier die Wechselwirkungen zwischen Klimaänderungen und anthropogenen Umwelteinflüssen wie Brandrodung und Überfischung besonders stark sind.

Wissenschaftler untersuchen gemeinsam mit Studierenden die gefangenen Exemplare aus der Tiefsee. (Dr. Susanne Fretzdorff, Projektträger Jülich)
Ausbildungsfahrt SO 234-I mit FS SONNE.
Foto: Dr. Susanne Fretzdorff, Projektträger Jülich

Das Programm SPACES - Science Partnerships for the Assessment of Complex Earth System Processes zielt auf die Durchführung von wissenschaftlichen Kooperationsprojekten in der Region "Südliches Afrika", die zur Formulierung wissenschaftsbasierter Empfehlungen für das Management des Systems Erde beitragen und die nachhaltige Nutzung sowie den Erhalt der verschiedenen Ökosystemdienstleistungen der Region sichern.

SPACES baut auf die vorherigen Aktivitäten deutscher Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen im südlichen Afrika auf. Seit über zehn Jahren sind deutsche Einrichtungen im südlichen Afrika aktiv und beteiligen sich an internationalen Programmen wie Benguela Current Large Marine Ecosystem (BCLME) und Benguela Environment Fisheries Interaction and Training (BENEFIT) sowie an Kooperationsprojekten wie BIOTA und Inkaba ye Africa. Weitere bilaterale und multilaterale Projekte in der Meeresforschung wie NAMIBGAS und GENUS haben die aktuellen Kooperationsaktivitäten auf eine breite Basis gestellt. Das Ziel von SPACES ist jedoch nicht die unmittelbare Fortführung dieser Vorhaben, sondern vielmehr die Vertiefung sowohl der thematischen als auch geografischen Erweiterung der bisher erworbenen Forschungskompetenz. Mit neuen Forschungsthemen und mit weiteren Partnern wird sich SPACES nachhaltig in den entsprechenden nationalen Programmen und Initiativen der Region einbringen.

Das Programm wurde auf der Grundlage von multilateralen Gesprächen entwickelt, die die damalige deutsche Bundesministerin für Bildung und Forschung, Prof. Dr. Annette Schavan, 2008 während ihres Besuchs in Südafrika und Namibia geführt hat. Auf diesen Besuch folgten 2009 zwei Workshops für ein breites Fachpublikum in Gobabeb und Henties Bay (Namibia) an dem Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus Angola, Deutschland, Namibia und Südafrika teilnahmen. Die Ergebnisse des Workshops wurden dann potenziellen Partnern in den südafrikanischen und namibischen Ministerien und Forschungseinrichtungen vorgestellt. Im Ergebnis wurden zwischen dem BMBF und dem namibischen Bildungsministerium sowie dem südafrikanischen ACCESS-Programm (Applied Center for Climate and Earth System Science) Erklärungen zur Zusammenarbeit im SPACES-Programm unterzeichnet. Diese Erklärungen sowie die Ergebnisse und Empfehlungen der multilateralen Gespräche bilden die Grundlage für die zukünftigen Forschungsvorhaben im Rahmen von SPACES. Mit den geplanten bilateralen Forschungen wird den wissenschaftlichen und den wissenschaftspolitischen Zielsetzungen des BMBF-Rahmenprogramms "Forschung für nachhaltige Entwicklungen" Rechnung getragen.

Im SPACES-Programm werden Kooperationen von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern aus deutschen Forschungseinrichtungen und Universitäten mit entsprechenden Partnereinrichtungen in Namibia und Südafrika angestrebt.

Die Nachwuchsförderung ist ein wesentlicher Bestandteil von SPACES. Neben Workshops und Sommerschulen ist eine Aus- und Fortbildungskomponente integrierter Bestandteil des Programmes. Dazu wird durch das BMBF ein DAAD-Stipendienprogramm (Master- und Promotionsstipendien) unterstützt. Darüber hinaus werden Ausbildungsfahrten mit erfahrenen Wissenschaftlern für afrikanische Studenten auf deutschen Forschungsschiffen angeboten. So fanden bisher drei Ausbildungsfahrten mit deutschen Forschungsschiffen statt (FS MERIAN 2011; FS METEOR 2013; FS SONNE 2014).

Zuletzt geändert: 21.11.2018