3sat-Sendung "scobel" zu Weltmeeren

Der Wissenschaftsjournalist Gert Scobel beleuchtet in der aktuellen Ausgabe seiner Sendung "scobel" die Auswirkungen des Klimawandels auf die Meere. Gemeinsam mit renommierten Meeresforschern diskutiert er aktuelle Forschungsfragen und geht den drängensten Problemen der Meere auf den Grund.
Brandungswellen auf der Insel La Reunion im Indischen Ozean in den frühen Abendstunden (Dr. Nils Goseberg)
Brandungswellen auf der Insel La Reunion im Indischen Ozean in den frühen Abendstunden. Der Ozeanwandel und aktuelle Forschungsfragen sind Thema der Sendung "scobel" vom 3. März 2016.
Foto: Dr. Nils Goseberg

Deutschlands inoffizielles 17. Bundesland liegt im Pazifik. Mitten im Ozean hat sich die Bundesrepublik ein Territorium von der Größe Bayerns gesichert, das reich an Bodenschätzen ist. Hier liegen viele Tonnen Manganknollen – kartoffelgroß und reich an Rohstoffen wie Kupfer, Nickel und Kobalt. Das Bundesforschungsministerium fördert aktuell im Rahmen der europäischen Initiative JPI Oceans wissenschaftliche Untersuchungen, die die Lebensbedingungen in der Tiefsee erforschen und grundlegende Erkenntnisse erarbeiten, die erforderlich sind, um entscheiden zu können, unter welchen Rahmenbedingungen Manganknollen abgebaut werden können, ohne die Umwelt zu belasten.

Neben dem Tiefseebergbau diskutiert Gert Scobel mit seinen Gästen Probleme wie die Ozeanversauerung in Folge des großen CO2-Ausstoßes, die Überfischung und Vermüllung, den Meeresspiegelanstieg, die Erwärmung und das Abschmelzen der Polkappen.

Auch der Klimagipfel in Paris kommt zur Sprache: Aus Sicht der Meeresforscher ein erster Schritt in die richtige Richtung, der aber noch lange nicht ausreicht. Professor Hans-Otto Pörtner vom Alfred-Wegener-Institut in Bremerhaven betont, dass auch bei Einhaltung des Zwei-Grad-Ziels zwei empfindliche Ökosysteme verloren gehen: „Das eine ist das Meereis-Ökosystem der Arktis, wo wir im Sommer bei einer Zwei-Grad-Erwärumg kein Meereis mehr haben werden und die davon abhängigen Organismen an den Rand gedrückt werden.“ Das zweite Ökosystem, das wir großräumig verlieren werden, sind Pörtner zufolge die Warmwasserkorallenriffe: „Allein schon durch einen Temperaturanstieg von 1,2 bis 1,3 Grad gegenüber der vorindustriellen Zeit gehen 50 Prozent dieser Riffe schon verloren.“

In der Sendung wird die Meeresforschung an deutschen Universitäten und außeruniversitären Forschungseinrichtungen dargestellt, die im Wesentlichen vom Bundesministerium für Bildung und Forschung gefördert wird. Darüber hinaus gibt die Sendung Literaturempfehlungen, die die komplexen Vorgänge im Meer veranschaulichen, so zum Beispiel den vierten World Ocean Review „Der nachhaltige Umgang mit unseren Meeren“. Die Sendung ist noch bis Donnerstag, den 10. März in der 3sat-Mediathek abrufbar.

3sat-Wissenschaftssendung "scobel"