Klimaanpassungsprojekt ExTrass-V: Zwölf Handlungsempfehlungen für die Stadtplanung aus der Beratungspraxis

Wie kann die Anpassung an Hitze und Starkregen in der Stadtplanung wirksam beschleunigt werden? Das BMBF-geförderte Projekt ExTrass-V hat konkrete Handlungsempfehlungen zur Stärkung der Klimaanpassung für kleine Groß- und Mittelstädte erstellt.

Erarbeitet wurden die zwölf Handlungsempfehlungen von Forschenden, kommunalen Fachplanerinnen und Fachplanern sowie weiteren Kommunal-Vertreterinnen und -vertretern im Forschungsprojekt ExTrass-V „Urbane Resilienz gegenüber extremen Wetterereignissen — Typologien und Transfer von Anpassungsstrategien in kleinen Großstädten und Mittelstädten". Das Projekt wird vom BMBF im Rahmen der Maßnahme „Klimaresilienz durch Handeln in Stadt und Region" gefördert.

Die konkreten Empfehlungen richten sich an politische Entscheidungsträger, wie stadtplanende Institutionen auf Bundes-, Landes- und kommunaler Ebene. Die Handlungsempfehlungen umfassen übergeordnete, wichtige Hinweise für rechtlich-institutionelle Weichenstellungen und spezifische kommunale Handlungsfelder, die das Projekt mit Praxisakteuren erarbeitet hat. Sie sollen Städte dazu befähigen, ihre Resilienz gegen Extremwetter zu messen und Klimaanpassungsmaßnahmen zu ergreifen.

Damit eine Stadt gegen den fortschreitenden Klimawandel gewappnet ist, müssen die rechtlich-institutionellen Rahmenbedingungen so gestaltet sein, dass konkrete Planungs- und Handlungsgrundlagen in den Kommunen geschaffen werden können. Dies betrifft sowohl die notwendigen rechtlichen Rahmenbedingungen, die Optimierung von Fördermöglichkeiten, die Verstärkung der Hitzevorsorge als auch ein kontinuierliches Monitoring der Wirksamkeit von Klimaanpassungsmaßnahmen.

Insbesondere die spezifischen Klimaanpassungsmaßnahmen der Kommunen setzen zum Beispiel über die Bauleitplanung, den Rückbau und die Entsiegelung von Straßenräumen einen langfristigen planerischen und städtebaulichen Rahmen. Hier gibt es entsprechend umfassende Steuerungsmöglichkeiten, um die Klimaanpassung strategisch und vorausschauend einzusetzen und damit die städtische Anpassungskapazität zu verbessern. Wie sich diese Steuerungsmöglichkeiten identifizieren und nutzen lassen, wird in den zwölf Handlungsempfehlungen in konkreten Schritten erläutert. Damit leistet das Projekt ExTrass-V einen praxisorientierten Beitrag zur Klimaanpassung in Deutschlands Städten.

Hintergrund

Der Langtitel des Forschungsprojekts ExTrass-V zeigt den Ansatz des Projekts: „Urbane Resilienz gegenüber extremen Wetterereignissen — Typologien und Transfer von Anpassungsstrategien in kleinen Großstädten und Mittelstädten". Insbesondere größere Städte sind durch den Wärmeinsel-Effekt und ihre starke Bodenversiegelung von Extremwetterperioden, wie Hitze und Starkregen, betroffen. Diese Extremwetterphasen bergen hohe gesundheitliche Risiken für die städtische Bevölkerung, wie etwa Herzkreislauferkrankungen und Allergien, sowie immense Sachschäden, etwa durch Starkregen. Ziel des Projekts ExTrass-V ist es, die Widerstandsfähigkeit (Resilienz) von Städten bei Extremwetterereignissen zu stärken.

ExTrass-V hat sich zum Ziel gesetzt, die Stadtverwaltungen dazu zu befähigen, eigenständig die städtische Resilienz zu bewerten und daran anschließend passgenaue Maßnahmen zur Verbesserung durchzuführen sowie Transferpotenziale in Stadtverwaltungen und zwischen Groß- und Mittelstädten besser nutzbar zu machen. Zur Resilienz-Bewertung wird ein webbasiertes Tool entwickelt. Mit diesem können Stadtverwaltungen künftig ihre Resilienz gegen Extremwetter indikatorbasiert selbst bewerten. So wurde der Stand der Klimaanpassung in ca. 100 Groß- und Mittelstädten bundesweit erfasst und eine Typisierung der Städte vorgenommen. ExTrass-V konzentriert sich dabei auf kleine Großstädte (100.000 bis 500.000 Einwohnende) und kreisfreie Mittelstädte (mehr als 50.000 Einwohnende), mit Fokus auf drei ausgewählten Fallstudienstädten: Potsdam, Remscheid und Würzburg. Das Projekt hat eine Laufzeit vom 01.10.2018 bis 31.12.2023. Für diesen Zeitraum stellt das BMBF mehr als 1,3 Millionen Euro zur Verfügung.