Zweite Baltic Earth Konferenz in Dänemark: "Ostseeregion im Wandel"

Etwa 130 Ostseeforscherinnen und Ostseeforscher aus 14 Ländern kommen in dieser Woche im dänischen Helsingør zusammen. Die Forscherinnen und Forscher aus Ozeanografie, Chemie, Biologie und Geologie diskutieren aktuelle und erwartete Umweltveränderungen im Ostseeraum.

Wasser (Sabine Billerbeck/HZG)
Etwa 130 Ostseeforscherinnen und Ostseeforscher kommen vom 11. bis 15. Juni zur zweiten Baltic Earth Conference in Dänemark zusammen.
Foto: Sabine Billerbeck/HZG

Inwieweit haben sich Salzgehalt, Nährstoffe, der Kohlenstoffkreislauf sowie Spurengase in der Ostsee bisher verändert und was können wir für die Zukunft erwarten? Wie lassen sich Extremereignisse wie Überschwemmungen oder Trockenperioden besser vorhersagen? Wie wird sich der Meeresspiegel an den Küsten der Ostsee verändern? Wie können wir diese Veränderungen in numerischen Modellen abbilden, um ein möglichst realistisches Gesamtbild zu erlangen und damit politische Entscheidungen unterstützen?

Diese Fragen diskutieren die Teilnehmenden der zweiten Baltic Earth Konferenz vom 11. bis 15. Juni in Dänemark. Prof. Dr. Markus Meier, wissenschaftlicher Leiter von Baltic Earth und Leiter der Sektion Physikalische Ozeanographie des Leibniz-Instituts für Ostseeforschung Warnemünde (IOW), eröffnete die Konferenz am Montag. „Wir müssen alle Faktoren, die das System beeinflussen, in unseren Modellen abbilden. Das macht die Modelle komplex und anspruchsvoll“, so Meier. Verschiedene internationale Forschergruppen aus wissenschaftlichen Institutionen und den nationalen Wetterdiensten im Ostseeraum arbeiten an diesem Thema und präsentieren ihre Ergebnisse auf der Konferenz. „Modellvergleiche zeigen Schwachpunkte auf und helfen dabei, immer bessere Systemmodelle zu entwickeln“, fügt Dr. Martin Stendel vom Dänischen Wetterdienst (DMI), Baltic Earth Wissenschaftler und lokaler Organisator der Konferenz, hinzu.

Alle zwei Jahre treffen sich Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus dem gesamten Ostseeraum an einem anderen Ort im Ostseeraum. Diesmal fiel die Wahl auf Helsingør, das an der Schnittstelle zwischen Nord- und Ostsee liegt. „Wir thematisieren in diesem Jahr die Übergangszone zwischen Nord- und Ostsee, deshalb bot sich Helsingør an“, sagt Dr. Marcus Reckermann vom Internationalen Baltic Earth Sekretariat am Helmholtz-Zentrum Geesthacht, federführender Organisator der Konferenz. „Der Konferenztitel 'The Baltic Sea Region in Transition' bezieht sich dabei sowohl auf die geografischen Übergänge zwischen Nord- und Ostsee als auch auf die Veränderungen in der Ostsee und ihren Küsten, die durch den Klimawandel und andere Faktoren verursacht werden“.

Ein weiterer Aspekt der Konferenz ist der hohe Anteil junger Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, die am Beginn ihrer Karriere stehen. „Das ist sehr erfreulich und zeigt, dass Baltic Earth attraktiv für junge Forscher ist. Es gibt zwei speziell für die Jungwissenschaftler ausgerichtete Sessions, in denen sie Netzwerke knüpfen und gestandene Wissenschaftler zu den Irrungen und Wirrungen ihrer Karriere befragen können“, sagt Reckermann.

Das internationale Baltic Earth-Netzwerk (Earth System Science for the Baltic Sea Region) ist ein Zusammenschluss von Forschenden und Forschungsinstituten aus den Ostsee-Anrainerstaaten. Forschungsschwerpunkte sind Ozeanographie, Hydrologie, Meteorologie, regionaler Klimawandel, Klimavariabilität und Biogeochemie und die Rolle des Menschen im Ostseeraum.