25.11.2015
31.07.2020


Bekanntmachung zum Thema "Globale Ressource Wasser"

Bekanntmachung des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) von Richtlinien zur Förderung von Forschungsvorhaben auf dem Gebiet „Globale Ressource Wasser“ (GROW) im Rahmen des Förderprogramms „Forschung für nachhaltige Entwicklung“ (FONA³).
Wasser ist unentbehrlich für die menschliche Gesundheit, eine intakte Umwelt und die wirtschaftliche Entwicklung. Seit dem Jahr 2000 ist die Weltbevölkerung um mehr als 1 Milliarde Menschen auf derzeit 7,3 Milliarden Menschen angewachsen. Im gleichen Zeitraum ist der globale Wasserbedarf um etwa 20 % gestiegen. Die Situation wird verschärft durch den bis zum Jahr 2050 prognostizierten weiteren Anstieg des globalen Wasserbedarfes um zusätzliche 55 % und die damit zunehmend einhergehenden Nutzungskonflikte. Es wird z. B. erwartet, dass der Wasserverbrauch der produzierenden Industrie im gleichen Zeitraum um 400 % steigen wird.  

Die Übernutzung der globalen Wasserressourcen prägt bereits heute das Erscheinungsbild der Erde. Der Wassermangel hat dabei nicht nur Folgen für den einzelnen Menschen, die Ökosysteme und die wirtschaftliche Entwicklung. Unzureichende Basisversorgung mit Wasser ist zusätzlich auch ein Faktor, der die Stabilität politischer Systeme schwächen kann. Für das Jahr 2050 wird erwartet, dass 40 % der Weltbevölkerung in Gebieten mit Wasserstress lebt.

In Anbetracht dieser Herausforderungen unternimmt die internationale Staaten-gemeinschaft nun erstmals gemeinsame Anstrengungen für einen verbesserten Umgang mit der Ressource Wasser. Die Teilnehmerstaaten der Vereinten Nationen streben im Rahmen der nachhaltigen Entwicklungsziele (Sustainable Development Goals) bis zum Jahr 2030 soziale, wirtschaftliche und ökologische Nachhaltigkeit auf nationaler und internationaler Ebene an. Wasser ist dabei ein zentraler Bestandteil. Ziel ist es, die natürlichen Lebensgrundlagen zu schützen und gleichzeitig die Versorgung aller Menschen mit Trinkwasser und Sanitärsystemen zu gewährleisten. Dabei gilt es, die Wasserverschmutzung zu verringern und die Effizienz der Wassernutzung deutlich zu erhöhen.

Die Einigung auf die Sustainable Development Goals schafft eine wichtige Grundlage für gemeinsames Handeln auf internationaler Ebene. Die Forschung ist nun gefragt, diesen Prozess aktiv durch die Entwicklung innovativer Lösungsansätze zu unterstützen und durch begleitende Bildungsmaßnahmen nachhaltig zu verankern.

Ziel der Fördermaßnahme sind Forschungs- und Entwicklungsarbeiten einschließlich begleitender Bildungsmaßnahmen zu einer verbesserten und vorausschauenden Bewirtschaftung der Wasserressourcen. Damit wird ein wichtiger Beitrag geleistet zur Umsetzung der nachhaltigen Entwicklungsziele (Sustainable Development Goals - SDGs) der Vereinten Nationen im Wassersektor.

Kennzeichnend für die Fördermaßnahme ist die Verknüpfung zwischen lokalem und globalem Handeln. Aufbauend auf einem verbesserten Verständnis des Zu-standes der Wasserressourcen und der Entwicklung des globalen Wasserbedarfes sollen lokale Lösungen für ein nachhaltiges Wassermanagement entwickelt werden. Die Verknüpfung hat sowohl eine geographische Dimension (z.B. Lösungsansätze für grenzüberschreitende Wasserkonflikte) als auch eine konzeptionelle Dimension (z.B. Wirksamkeit von Steuerungsmechanismen oder Capacity development). Sie ist entscheidend für die schnelle globale Verbreitung lokal erfolgreicher Lösungen.

Im Zentrum steht die Erhöhung der Steuerungskompetenz im Wassersektor (good governance). Ausgehend von den gesellschaftlichen Rahmenbedingungen müssen Ansätze entwickelt werden, mit denen effiziente Technologien und Nutzungsweisen langfristig in der täglichen Anwendung verankert werden können. Dazu sollen auch Bildungsmaßnahmen für die relevanten Akteure beitragen, mit denen die Übertragung von erfolgreichen Umsetzungen auf andere Regionen ermöglicht werden soll.

Entscheidungsträger in Unternehmen und Verwaltung benötigen aktuelle Informationen und Bewertungen zum Zustand der Wasserressourcen ebenso wie nachvollziehbare Prognosen zur regionalen und globalen Bedarfsentwicklung. Hierdurch können Risiken früher identifiziert und Fortschritte bei der Erreichung der Nachhaltigkeitsziele transparent dokumentiert werden. Dabei sollen moderne Informations- und Kommunikationstechnologien effektiv zum Einsatz gebracht werden.
Relevante Akteure aus Wirtschaft, Verwaltung und Gesellschaft sollen deshalb von Anfang an mit eingebunden werden. Die Forschungsprojekte sollen sich am konkreten Bedarf lokaler Entscheidungsträger in öffentlicher Verwaltung oder Wirtschaft ausrichten, um Praxisbezug und Verwertung der Forschungsergebnisse sicherzustellen.

Die Etablierung einer nachhaltigen Wasserversorgung bietet auch wirtschaftliche Chancen. Im Zuge der nachhaltigen Entwicklungsziele werden weltweit erhebliche Investitionen in die Wasserinfrastruktur notwendig. Neben den öffentlichen Ver- und Entsorgungsnetzen betrifft dies zum Beispiel auch den Ausbau der industriellen Abwasserbehandlung. Die Fördermaßnahme unterstützt die Verbreitung der von deutschen Unternehmen angebotenen Wassertechnologien und qualifizierten Beratungsleistungen.

Die vorliegende Fördermaßnahme ist Bestandteil des Förderschwerpunktes „Nachhaltiges Wassermanagement“ (NaWaM) im Rahmenprogramm „Forschung für nachhaltige Entwicklung“ (FONA³) des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF).

https://www.bmbf.de/foerderungen/bekanntmachung.php?B=1104