ReWaM-Abschlusskonferenz - Neue Wege im Gewässerschutz

Die Abschlusskonferenz der vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) geförderten Maßnahme „Regionales Wasserressourcen Management für den nachhaltigen Gewässerschutz in Deutschland (ReWaM) fand am 8. und 9. Mai im Seminaris CampusHotel Berlin statt. Zum Abschluss der Laufzeit präsentierten die beteiligten Verbundprojekte die Ergebnisse ihrer rund dreijährigen Forschungstätigkeit und diskutierten diese mit 280 teilnehmenden Experten aus Wissenschaft, Politik und wasserwirtschaftlicher Praxis.

ReWaM-Positionspapier

Die zentralen Erkenntnisse aus ReWaM sind in zwölf Positionen für Politik und Praxis zusammengefasst. Das ReWaM-Positionspapier wurde ebenso wie die Abschlussbroschüre im Rahmen der Konferenz veröffentlicht. Damit sollen die in den Modellregionen erzielten Ergebnisse und daraus abgeleitete Empfehlungen für ein effizienteres Gewässermanagement breite Anwendung finden.

Wissensgrundlagen verbessern

Viele Prozesse, die einen Einfluss auf den Gewässerzustand haben, sind immer noch nicht gut verstanden. Diese Wissenslücken gilt es weiter zu schließen. Mit neuen Technologien und Konzepten können die Zusammenhänge präziser analysiert werden. Dies ist vor dem Hintergrund der anstehenden Überarbeitung der EU-Wasserrahmenrichtlinie (WRRL) sowie der Umsetzung der Ziele in die Praxis von besonderer Bedeutung. Viele der in ReWaM erzielten Ergebnisse sind wertvolle Schritte in diese Richtung.

In den Projekten der Fördermaßnahme wurde deutlich, dass ein nachhaltiger Gewässerschutz mehr als eine rein wasserwirtschaftliche Aufgabe ist. Hinter diesem Ziel müssen sich vielmehr weitere gesellschaftliche und politische Akteure versammeln. Dazu zählt die Landwirtschaft ebenso wie Industrie, Städte und Kommunen sowie Tourismus und Naturschutz. Darüber hinaus gilt es, die fachübergreifende Zusammenarbeit weiter zu fördern.

Die in ReWaM erzielten Ergebnisse zeigen außerdem, dass es nicht zielführend ist, auf den geringen Grad der Erreichung der WRRL-Vorgaben mit der Festlegung weniger strenger Ziele zu reagieren. Eine Fristverlängerung über das 2027 hinaus erscheinen aber aufgrund der nicht ausreichend verstandenen Wirkungszusammenhänge und der vielerorts langwierigen Revitalisierung der Gewässer ratsam.

Praxis und Wissenschaft im Dialog

Seit April 2015 arbeiten in ReWaM 15 Verbundprojekte und ein begleitendes Vernetzungs- und Transferprojekt an der Erforschung, Erprobung und Etablierung neuer Ansätze in der Wasserwirtschaft. Eine wichtige Motivation der Projektkonsortien sind die Ziele der Europäischen Wasserrahmenrichtlinie, sowie die Herausforderungen, die sich daraus in Deutschland für die Einrichtungen der Kommunen, der Länder und des Bundes ergeben. Auf der Konferenz zeigten die Projekte Wege auf, wie sich verschiedene Nutzungsformen von Gewässern mit ihrem Schutz in Einklang bringen lassen. Im Fokus standen dabei die gemeinsamen Ziele der verschiedenen wasserbezogenen Richtlinien, wie Hochwasserrisikomanagement-, Bade- und Trinkwasserrichtlinie.

Die erzielten Ergebnisse und Erkenntnisse jedes Projekts wurden aus jeweils zwei Perspektiven eingeordnet. Neben einem wissenschaftlichen Vertreter kam immer auch ein im Projekt beteiligter Akteur aus der wasserwirtschaftlichen Praxis zu Wort. Die Vorträge gliederten sich in vier Vortragsblöcke, die gemeinsame Aufgabenfelder der Projekte verdeutlichten. Eine moderierte Diskussion rundete jeden Vortragsblock ab. Neben den Vorträgen kamen am zweiten Veranstaltungstag Vertreter des BMBF, des BMUB und BMVI im Rahmen einer Podiumsdiskussion miteinander ins Gespräch. Dabei ging es unter anderem um Möglichkeiten für eine ressortübergreifende Kooperation für einen effektiveren Schutz der Gewässer.

Trotz Abschlussveranstaltung sind die Projekte in ReWaM aber noch nicht am Ende. Es wird weiter geforscht. Auch das Vernetzungs- und Transfervorhaben ReWaMnet legt nun erst richtig los und arbeitet an der Ergebnissynthese sowie der Verbreitung der Erkenntnisse.