Bird Futures: Vögel als Wegweiser für den Schutz europäischer Ökosysteme

Vögel verraten, wie sich Naturräume wandeln: Im Projekt „Bird Futures“ untersuchen Forschende europaweit Vogelpopulationen. Aus den Daten ziehen sie Schlüsse, wie sich komplette Ökosysteme naturnah erhalten und schützen lassen. Ihr Ziel: Modelle zukunftsfähiger Artenvielfalt.

Im Projekt „Bird Futures“ analysieren Forschende, wie sich Biodiversität und Ökosysteme in Europa verändern. Welche Auswirkungen hat dieser klimabedingte Wandel auf Pflanzen, Tiere und Menschen? Und welche Schutzstrategien gibt es? Dafür arbeiten das Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung (UFZ) gemeinsam mit dem Dachverband Deutscher Avifaunisten (DDA) in Kooperation mit dem Deutschen Zentrum für integrative Biodiversitätsforschung (iDiv) und der Universität Potsdam.

Das Forschungsteam entwickelt zunächst unterschiedliche Szenarien, wie sich Biodiversität verändern kann. Dafür greifen die Forschenden auf Daten von Vogelpopulationen zurück, die für ganz Europa verfügbar sind. Vögel besiedeln unterschiedlichste Lebensräume und reagieren schnell auf Umweltveränderungen. Ihre Daten zeigen, wie sich Biodiversität durch Klimawandel, Landnutzung und andere menschliche Einflüsse wandelt.

Aus ihren unterschiedlichen Szenarien entwickeln die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler Strategien für den Schutz von Biodiversität.

Das Projekt gliedert sich entsprechend in zwei Teilvorhaben:

Der Dachverband Deutscher Avifaunisten (DDA) unterstützt das Teilprojekt „Bird Futures Data Pipeline“. Das Forschungsteam arbeitet nationale und europäische Vogelmonitoringdaten auf. Die Fachleute kombinieren Vogelbeobachtungen mit Klima-, Landschafts- und Lebensrauminformationen und aktualisieren diese fortlaufend. 

Forschende des Helmholtz-Zentrums für Umweltforschung (UFZ) nutzen im Teilprojekt „Bird Futures Biodiversitätsmodell“ diese Daten für unterschiedliche Szenarien. Sie simulieren räumlich-zeitliche Veränderungen von Vogelpopulationen. Wie könnte sich deren Artenreichtum in welchem Zeitraum wandeln? Zum einen, wenn noch mehr Lebensräume zerstört werden? Zum anderen, wenn ihre Lebensräume renaturiert werden? Wie wirkt sich das zum Beispiel auf Vögel und andere Tierarten aus, wenn Moore wiederhergestellt werden? 

Basierend darauf entwickelt das Projektteam gemeinsam mit Fachleuten aus Politik, Wirtschaft und Zivilgesellschaft Strategien für den Schutz von Vogelpopulationen – und kompletten Ökosystemen. Die Ergebnisse fließen in einen Maßnahmenkatalog. Dazu sollen auch sogenannte Biodiversity Credits gehören. Unternehmen aus Wirtschaft und Finanzbranche können damit in Renaturierung investieren beziehungsweise unvermeidbare Umweltschäden ausgleichen.

„Bird Futures“ wird vom Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR) ermöglicht. 

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