7. Symposium "Nachhaltigkeit in der Wissenschaft"

Unter dem Titel "Transformation erfolgreich gestalten – Innovationen für nachhaltige Hochschulen und Forschungseinrichtungen" veranstaltete das Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR) in Kooperation mit der Hochschulrektorenkonferenz (HRK) am 18./19. März 2026 das siebte Symposium der Initiative „Nachhaltigkeit in der Wissenschaft“.

#SustainabilityInScience2026

Worum ging es?

Gemeinsam mit Hochschulleitungen, Forschenden, Lehrenden, Mitarbeitenden aus der Verwaltung und Studierenden nahmen wir zentrale Fragen der Nachhaltigkeitstransformation von wissenschaftlichen Organisationen in den Blick:

  • Wie gelingen Transfer und Verstetigung projektförmiger Lösungen in die Strukturen wissenschaftlicher Organisationen?
  • Welche Hemmnisse treten bei der Umsetzung auf – und wie überwinden wir sie?
  • Wie lassen sich Kulturen der Nachhaltigkeit im gesamten Wissenschaftssystem ermöglichen?

 

Programm-Highlights

Bedeutung von Nachhaltigkeit im Wissenschaftssystem – in den Grußworten

In ihren Eröffnungsnoten hoben Dr. Rolf-Dieter Jungk, Staatssekretär im BMFTR, und Prof. Dr. Walter Rosenthal, Präsident der HRK, eines besonders hervor: die zentrale Bedeutung von Nachhaltigkeit im Wissenschaftssystem. So trügen Hochschulen und außeruniversitäre Forschungseinrichtungen nicht nur durch ihre Forschung und Lehre zu einer Nachhaltigkeitstransformation bei, sondern auch, indem sie ihren Energie- und Ressourcenverbrauch senken, Angebote für nachhaltige Pendelmobilität bieten, ihre Campi klima- und biodiversitätsfreundlich gestalten und attraktive Arbeits- und Lernbedingungen schaffen.

 

Erfahrungen teilen – in der Keynote

Wie kommt eine Hochschule vom Wissen ins Handeln, um Nachhaltigkeit in die organisationalen Strukturen zu integrieren? Das war eine zentrale Frage in der Keynote von Prof. Dr. Hauke Heekeren. Der Präsident der Universität Hamburg, die vor kurzem an der Pilot-Phase des HRK-Nachhaltigkeitsaudits teilnahm, formulierte eine wichtige Voraussetzung für eine dauerhafte Integration von Nachhaltigkeit in das institutionelle Handeln: Dem Thema müsse ein Platz auf der strategischen Ebene der Hochschulentwicklung eingeräumt werden. Heißt: Nachhaltigkeit muss zur Chefsache werden: „Wir haben das Wissen. Jetzt brauchen wir den Mut, es auf uns selbst anzuwenden“ – so das Abschlussstatement des Keynote-Speakers.

 

Inspiration und Austausch ermöglichen – in der Projekt- und Ideengalerie

Etwa 20 Projekte und Initiativen haben sich mit Postern und Info-Ständen auf dem Symposium präsentiert. Die Teilnehmenden nutzten das Angebot, um voneinander zu lernen, Lösungsansätze zu diskutieren und neue Kontakte zu knüpfen. Die Poster werden in Kürze online zugänglich sein und hier verlinkt.

 

Perspektiven deutlich machen – in der Podiumsdiskussion

In der Podiumsdiskussion trafen die Stimmen verschiedener Statusgruppen und Organisationen aufeinander; die Panelistinnen und Panelisten teilten ihre Perspektiven und Erfahrungen. Ein Punkt war die Überzeugung, dass das Vorantreiben der Transformation eine Rückendeckung der Hochschulleitung brauche. Andererseits – das wurde auch deutlich – würden Präsidien nicht weit kommen, wenn nicht genügend Unterstützung in den Reihen der anderen Statusgruppen – bei Forschenden, Verwaltungsmitarbeitenden oder Studierenden – vorhanden sei. Hohe Erfolgschancen böten insofern partizipative Ansätze, in denen Mitglieder aller Statusgruppen zusammenkommen, gemeinsam Visionen und konkrete Maßnahmen entwickeln und priorisieren und zugleich aus ihren jeweiligen Perspektiven Grenzen aufzeigen. Der herausragende Stellenwert der Kommunikation, der transparenten Identifikation von Zielkonflikten und der gemeinsamen zielgerichteten Zusammenarbeit aller Statusgruppen wurde mehrfach auf dem Podium betont.

 

Transdisziplinäre Forschung weiterdenken – im Abendvortrag

So viel steht fest: Indem Hochschulen und Forschungseinrichtungen sich transformieren, tragen sie zur nachhaltigen Entwicklung insgesamt bei. Dieser Beitrag ist umso größer, je mehr sie mit Akteuren in ihren Städten und Regionen zusammenarbeiten. Viele Nachhaltigkeitslösungen sind erst durch solche Kooperationen möglich oder können ihre Wirkung so stärker entfalten. Diesen Zusammenhang adressierte Prof. Dr. Daniel Lang vom Institut für Technikfolgenabschätzung (ITAS) beim Karlsruher Institut für Technologie in seinem Abendvortrag. Dabei prüfte er entlang seines Vortrags, inwiefern die transdisziplinäre und reallabor-basierte Forschung  ein erfolgreicher Forschungsansatz für eine wirksame Erprobung und Skalierung von Nachhaltigkeitsinnovationen ist. Mit einem Ritt durch die Entwicklung der transdisziplinären Forschung des BMFTR eröffnete er einen breiten Überblick über verschiedene Meilensteine und formulierte seine Vision von langfristig angelegten Reallaboren. Die Folien des inspirierenden Abendvortrags werden in Kürze hier verlinkt.

 

Ausgewählte Herausforderungen diskutieren – in den Workshops

Den zweiten Tag des Symposiums eröffnete Prof. Dr. Ingeborg Schramm-Wölk – Vizepräsidentin für Transfer und Nachhaltigkeit in der Hochschulrektorenkonferenz. Sie betonte, wie wichtig für den Transfer von Innovationen die regionale Zusammenarbeit zwischen Hochschulen und Unternehmen ist.

Anschließend fanden 9 parallele Workshops statt, die eine Vielfalt von aktuellen dringenden Themen abdeckten: HRK-Audit Nachhaltigkeit an Hochschulen, internationale Perspektiven auf Bildung für nachhaltige Entwicklung, suffiziente Flächen- und Raumnutzung an Hochschulen, Nachhaltigkeitstransformationen an außeruniversitären Forschungseinrichtungen, nachhaltiger Laborbetrieb, statusgruppen-übergreifende Zusammenarbeit, Kooperationen zwischen Hochschulen und ihren Städten, alternative Finanzierungs- und Betreibermodelle für Nachhaltigkeitsmaßnahmen sowie Service Learning. Die Zusammenfassung der zentralen Ergebnisse sowie die wichtigsten Botschaften aus den Workshops werden in Kürze veröffentlicht und hier verlinkt.

 

Forschungsförderung weiterführen – im Ausblick

Das Symposium wurde von Dr. Lothar Mennicken abgeschlossen. Der Leiter des Referats "Nachhaltige Städte und Regionen, nachhaltige Entwicklungsziele" im BMFTR hob die fruchtbare Zusammenarbeit des Ministeriums mit der Hochschulrektorenkonferenz im Rahmen der Initiative „Nachhaltigkeit in der Wissenschaft“ hervor. Er machte nochmals deutlich, dass Nachhaltigkeit einer der zentralen forschungspolitischen Bezugspunkte des Ministeriums ist und verwies auf die Nachhaltigkeitsgrundsätze des BMFTR. Auch mit der Initiative „Nachhaltigkeit in der Wissenschaft“ geht es ambitioniert weiter. 2026 werden neue Forschungs- und Erprobungsprojekte ihre Arbeit aufnehmen, um die Potentiale von nachhaltigen „Hochschulen als Innovationslabore für Städte und Regionen“ zu heben. Abschließend lud Herr Mennicken alle Gäste ein, sich beim nächsten Symposium wieder aktiv einzubringen. Dieses ist für 2028 geplant.

 

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