Aktion 15: Gesunde Böden erhalten und Land nachhaltig nutzen

Wir werden ein ganzheitliches Verständnis entwickeln, wie wir gesunde Böden erhalten und Land nachhaltig nutzen können.

Wo stehen wir?

Aktuell betrachtet die Forschung meist nur einzelne Segmente der Landnutzung wie beispielsweise Boden- und Wasserqualität, Ernährung, Infrastruktur, Natur- und Klimaschutz. Zielkonflikte zwischen wachsenden Siedlungsflächen, landwirtschaftlicher Nutzung und den Anforderungen des Umwelt- und Klimaschutzes können wir so nicht lösen. Ziel ist es, die ökonomische und ökologische Landnutzung stärker in Einklang zu bringen.

Wo liegt der Forschungsbedarf?

Statt Forschung in einzelnen Segmenten brauchen wir systemische und integrierte Analysen, insbesondere auf der Landschafts- und der regionalen Ebene. Dazu müssen Lösungsansätze in Land- und Forstwirtschaft sowie in Kommunal- und Stadtplanung künftig noch stärker mit Naturschutz und Wassermanagement zusammengedacht werden. Die Frage, wie bei widersprüchlichen Anforderungen Böden bewirtschaftet und Land genutzt werden soll, ist zentral für die nachhaltige Entwicklung von Stadt und Land. Insbesondere für den ländlichen Raum bedarf es integrierter Lösungen, die unterschiedliche Interessen zwischen Naturschutz, Erholung und Nutzfunktion berücksichtigen. Dies gilt auch im internationalen Kontext. Dort bedarf es transdisziplinärer Forschungskooperationen und wissenschaftlich basierter Konzepte, in denen sowohl Wirkungszusammenhänge als auch regionale (naturräumliche und soziokulturelle) Besonderheiten berücksichtigt werden. Nur so kann sichergestellt werden, dass Maßnahmen langfristig nachhaltig und weltweit in die Gesellschaft hineinwirken und zur Verbesserung beziehungsweise Sicherung der Lebensumstände vor Ort beitragen können – einschließlich der Erhaltung intakter Ökosysteme als Lebensgrundlage. In Subsahara-Afrika beispielsweise schaffen die Afrikazentren SASSCAL und WASCAL bereits heute die Voraussetzung hierzu, indem sie notwendige wissenschaftliche und gesellschaftliche Akteure vereinen. Zukünftige Forschungsprojekte werden sich der Entwicklung eines modernen, umwelt- und sozialgerechten Landmanagements widmen. Digitalisierung, Wissenstransfer und Governance stellen hierbei zentrale Instrumente dar.

Umsetzungsschritte und Meilensteine

  • Wir werden neue Verfahren, Technologien und Produkte entwickeln, die zu einer Optimierung von Bodenfunktionen führen; zudem werden wir neue Ansätze für eine nachhaltige Boden- und Landnutzung erarbeiten, mit denen bisherige Doppel- oder Mehrfach- nutzungskonzepte weiterentwickelt werden können.
  • Wir werden ab 2020 die Untersuchung des komplexen Zusammenspiels von Boden, Bodenorganismen und Pflanzen in Anbausystemen fördern. Ab 2020 werden wir uns zudem an einer europäischen Förderinitiative zur Bodenforschung beteiligen. Ziel wird die Erforschung relevanter biologischer Schlüsselprozesse im wurzelnahen Bodenraum (Rhizosphäre) sein, um die Leistungsfähigkeit von Bodenökosystemen für eine effiziente Pflanzenernährung, den Humushaushalt und den Klimaschutz zu erhalten oder sogar zu verbessern.
  • Bis 2025 wollen wir eine Webplattform aufbauen, die der Landwirtschaft und Wissenschaft sowie Entscheidungsträgerinnen und Entscheidungsträgern die Bewertung und Umsetzung von nachhaltigen Bodennutzungskonzepten erleichtert.
  • Ab 2025 liegen Ergebnisse und weitergehende Ansätze zum internationalen nachhaltigen Landmanagement vor, die mittels wissensbasierter Maßnahmen in den Bereichen Digitalisierung und Governance Lösungswege hin zu einer ökologischen, wirtschaftlichen und sozial nachhaltigen Entwicklung aufzeigen.
  • Wir fördern ressourceneffiziente Stadtquartiere für die Zukunft und die Ausrichtung planerischer Stadtentwicklungsprozesse für die effiziente Nutzung von Wasser, Flächen und Stoffströmen exemplarisch in über 20 Modellkommunen in Deutschland. Erste Ergebnisse dazu werden 2021 vorliegen. 2022 beginnen wir mit der Umsetzungsphase.

Zugehörige Maßnahmen

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