Mobilität in der Stadt: sauber, sicher, stressfrei

Mobilität ist eine unverzichtbare Grundlage unserer ökonomischen, sozialen und kulturellen Aktivitäten. Die Forschungsagenda „Nachhaltige urbane Mobilität“ des BMBF skizziert, wie Wissenschaft und Praxis den Weg zu einem menschlichen und umweltfreundlichen Mobilitätssystem gestalten können. Mit dem Wettbewerb „MobilitätsWerkStadt 2025“ bietet das BMBF Kommunen die Möglichkeit, in Forschungsprojekten Mobilitätskonzepte zu erarbeiten, diese in Reallaboren vor Ort umzusetzen und zu erproben und hierdurch ein nachhaltiges Mobilitätsmanagement zu entwickeln. Mit der Fördermaßnahme „MobilitätsZukunftsLabor 2050“ sollen zudem systemische Innovationen für die Mobilität der Zukunft entwickelt werden. Diese beiden Fördermaßnahmen werden durch die Beteiligung des BMBF an der europäischen Fördermaßnahme „ENUAC“ sowie die Forschungsprojekte „CADIA“, „BüLaMo“ und „MOBICOR“ ergänzt.

Der Mobilitätssektor steckt voller Dynamik: Digitalisierung, Elektrifizierung und Automatisierung haben das Potenzial, Mobilität grundlegend zu verändern. Gleichzeitig verändern sich auch die Einstellungen und das Mobilitätsverhalten, z.B. nutzen viele Menschen Verkehrsmittel zunehmend flexibel und verknüpfen diese miteinander – sie sind multimodal unterwegs.

Auf dem Weg zur nachhaltigen Mobilität

Mit der Forschungsagenda „Nachhaltige urbane Mobilität" will das BMBF dazu beitragen, dass der Wandel der Mobilität in Deutschland mit einer größeren Nachhaltigkeit einhergeht. Denn bisher belastet der Verkehrssektor Mensch und Umwelt erheblich, u.a. durch klimaschädigende Treibhausgasemissionen, lokale Schadstoffbelastungen, Lärm und nicht zuletzt dem Flächen- und Ressourcenverbrauch. Zudem ist die Infrastruktur teils überlastet und nicht für alle Menschen gut zugänglich, sodass individuelle Mobilität eingeschränkt wird.
Nachhaltige Mobilität wird vor Ort gestaltet und somit konkret. Die Forschungsagenda fokussiert deshalb auf Städte und Stadt-Umland-Regionen. Nachhaltigkeit umfasst dabei ökologische, soziale und ökonomische Aspekte. Es geht insbesondere darum,

  • verkehrsbedingte Emissionen und den Ressourcenverbrauch zu minimieren,
  • individuelle Bedürfnisse, Gesundheit, Sicherheit, eine freie Entfaltung und die Teilhabe aller Bevölkerungsgruppen zu gewährleisten und
  • die gesellschaftliche Prosperität, Wettbewerbsfähigkeit und Qualität des Wirtschaftsstandorts Stadt zu stärken.

Das BMBF unterstützt u.a. Kommunen dabei, zusammen mit den relevanten Akteuren aus Wirtschaft, Zivilgesellschaft und Wissenschaft diese Anforderungen miteinander zu vereinbaren und lokal passende Antworten zu finden.

Wie schaffen wir den Wandel?

Klar ist, dass technologische Ansätze allein nicht ausreichen, die Nachhaltigkeitsprobleme im Verkehrssektor zu lösen. Vielmehr müssen diese mit den individuellen Wünschen und Gestaltungsmöglichkeiten zusammengebracht werden. Deshalb setzt die Forschungsagenda auf einen systemischen Ansatz. Veränderungen entstehen im Zusammenspiel von Technologien, Stadt- und Infrastrukturplanung, sozialem Verhalten sowie gesellschaftlichen und individuellen Bedürfnissen. Durch die Förderung der nachhaltigen urbanen Mobilitätsforschung will das BMBF aufzeigen, welche Ansatzpunkte für eine Mobilität der Zukunft geeignet sind.

Wie kann Forschung zur nachhaltigen Mobilität beitragen?

Der Wandel des Mobilitätssystems ist ein langfristiger Prozess – gleichzeitig sind zeitnah wirksame Impulse zur Entlastung der Städte notwendig und möglich. Ziel der Förderung im Rahmen der Forschungsagenda ist es deshalb zum einen, Nachhaltigkeitsinnovationen in die Praxis zu bringen. Zum anderen soll eine fundierte Basis für das langfristige Innovations- und Transformationsmanagement geschaffen werden.

Das BMBF unterstützt aktuell innovative Nachhaltigkeitskonzepte der Mobilität mit verschiedenen Förderrichtlinien und Forschungsprojekten:

Das BMBF unterstützte mit dem Wettbewerb „MobilitätsWerkStadt 2025" in der ersten Phase rund 50 kommunale Projekte, gemeinsam mit zentralen Akteuren und Multiplikatoren aus Wirtschaft, Zivilgesellschaft und Wissenschaft den Wandel des Mobilitätssektors zu gestalten. Gemeinsame Aufgabe ist es, nachhaltige, innovative und passgenaue lokale Mobilitätskonzepte zu entwickeln. 2021 sind 14 Modellprojekte in die Umsetzungsphase gestartet und erproben die Mobilitätskonzepte in drei Jahre andauernden Reallaboren.

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Das BMBF fördert 12 inter- und transdisziplinäre Forschungsprojekte, die neue systemische Lösungen und Impulse für nachhaltige Mobilitätskonzepte der Zukunft schaffen. Erforscht wird hier u.a., wie der gesellschaftliche Wandel mit nachhaltigeren Mobilitätsformen verbunden werden kann. Die Projekte untersuchen das Zusammenspiel von Verkehrsinfrastrukturen, Mobilitätsbedürfnissen und -verhalten und analysieren, wie Mobilität durch räumliche, soziostrukturelle, regulatorische und kulturelle Faktoren beeinflusst wird. Daneben identifizieren sie Wechselwirkungen und zeigen geeignete Ansatzpunkte für Veränderungen hin zu mehr Nachhaltigkeit auf. Dabei werden System- und Orientierungswissen verbessert und fundierte Grundlagen für ein langfristiges Innovations- und Transformationsmanagement geschaffen.

Mehr Informationen (Begleitforschung)

 

Das BMBF beteiligt sich mit zwei Millionen Euro an der europäischen Fördermaßnahme „Urban Accessibility and Connectivity". In dieser Maßnahme fördern 23 Organisationen aus 16 Ländern angewandte Forschung, um eine Senkung der Emissionen und negativen Umweltauswirkungen im Mobilitäts- und Verkehrssystem zu erreichen sowie sichere, zugängliche und bezahlbare Verkehrssysteme.

Maßnahme

 

 

Das „Bürgerlabor Mobiles Münsterland" möchte zeigen, dass ein busbasiertes System durchaus eine attraktive Alternative für Pendlerinnen und Pendler sein und damit die angesprochenen Probleme verringern kann. Dazu muss sich der ÖPNV aber verändern: Er muss schneller werden und öfter nutzbar sein, sollte in die Fläche eingebunden, komfortabel und günstig sein. Dafür setzt das BüLaMo in der Modellregion im Kreis Coesfeld auf ein abgestimmtes Gesamtsystem, das die „starke Achse", eine feingliedrige Erschließung der Fläche und eine kundenfreundliche Verknüpfung umfasst.
Über einen Projektzeitraum von drei Jahren wird das Projektteam mit Hilfe der Bürgerinnen und Bürger im Kreis Coesfeld erproben, wie ein individueller Personennahverkehr so attraktiv werden kann, dass das Auto immer öfter stehen gelassen und die individuellen Angebote genutzt werden.

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Das Projekt „MOBICOR" untersucht Corona-bedingte Veränderungen in der Alltagsmobilität der Menschen in Deutschland. Neben der Frage wie sich das räumliche und virtuelle Mobilitätsverhalten der Verkehrsteilnehmer*innen während der Corona-Pandemie entwickelt, steht die Frage der Beständigkeit der veränderten Mobilität im Fokus.

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Das vernetzte und automatisierte Fahren im Straßenverkehr wird durch das Projekt „CADIA" im Rahmen einer japanisch-deutschen Forschungskooperation erforscht. Im Mittelpunkt steht die Verbreitung von CAD (Connected and Automated Driving)-Fahrzeugen und -Mobilitätsdienstleistungen sowie von Faktoren, welche die gesellschaftliche Akzeptanz beeinflussen.

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Das nexus Institut ist gemeinsam mit dem Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung (WZB) vom BMBF beauftragt, die Fördermaßnahmen bzw. Projekte der Forschungsagenda „Nachhaltige urbane Mobilität" zu begleiten und bei der Umsetzung der Mobilitätsvorhaben zu unterstützen.

Dabei wurde u.a. ein Innovationsbaukasten  als Unterstützung für Kommunen erstellt.

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Einzelvorhaben

Nachrichten zur Maßnahme

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