09.03.2018 30.06.2025
Bewerbungsphase
Auswahlphase
Förderphase
Heute

Regionales Phosphor-Recycling (RePhoR)

Phosphor (P) ist ein lebenswichtiger und nicht ersetzbarer Grundbaustoff für alle Lebewesen und wird vor allem als Dünger für eine ertragreiche Landwirtschaft gebraucht. Die endlichen Phosphaterz-Reserven sind auf wenige, teilweise politisch instabile Regionen in der Welt begrenzt und zunehmend mit Schwermetallen wie Cadmium und Uran verunreinigt. Eine wichtige Rolle zur Sicherung der zukünftigen Versorgung spielt daher die Rückgewinnung von Phosphor aus phosphatreichen Abfallströmen wie Abwasser und Klärschlamm. Mit der Fördermaßnahme „Regionales Phosphor-Recycling (RePhoR)“ will das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) die Entwicklung innovativer wirtschaftlicher Lösungen zum regionalen Phosphor-Recycling unterstützen.

Deutschland, wie auch nahezu alle Länder der Europäischen Union (EU), hat keine eigenen Rohphosphatlagerstätten und ist somit vollständig von Phosphorimporten aus dem Ausland abhängig. Phosphor wurde deswegen von der EU bereits im Jahr 2014 auf die Liste der kritischen Rohstoffe gesetzt, die einen Anreiz für Recyclingtätigkeiten geben soll. Die Bundesregierung hat die Rückgewinnung von Phosphor im Deutschen Ressourceneffizienzprogramm (ProgRess II) als wichtigen Baustein verankert, um eine ressourceneffiziente Kreislaufwirtschaft aufzubauen und mit der im Oktober 2017 in Kraft getretenen Novellierung der Klärschlammverordnung die gesetzlichen Rahmenbedingungen geschaffen. Diese Entwicklung unterstreicht den großen Bedarf an innovativen, wirtschaftlichen und nachhaltigen Lösungen zum Phosphor-Recycling.

Um diesen Bedarf nachzukommen, hat das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) im Jahr 2018 die Fördermaßnahme „Regionales Phosphor-Recycling (RePhoR)" gestartet. Ziel ist es, einen Beitrag zur Umsetzung der neuen Klärschlammverordnung zu leisten, die eine Rückgewinnung von Phosphor aus Abwasser und Klärschlämmen künftig vorschreibt. Damit sollen der Verlust von Phosphor und die Abhängigkeit Deutschlands von Phosphorimporten maßgeblich verringert werden. RePhoR ist Teil der BMBF-Strategie „Forschung für Nachhaltige Entwicklung" (FONA).

Sieben Verbundprojekte, die nach einer ersten Konzeptphase ausgewählt wurden, entwickeln und setzen seit Juli 2020 über einen Zeitraum von fünf Jahren regionale Lösungen zum Phosphor-Recycling und zur Klärschlammverwertung unter Beachtung der veränderten rechtlichen Rahmenbedingungen um. Dies beinhaltet die großtechnische Erprobung von Technologien zur Phosphor-Rückgewinnung und ganzheitliche Ansätze, die das recycelte Phosphor über die Landwirtschaft in den Nährstoffkreislauf oder als Rohstoff in die Industrie zurückführen. Die entwickelten Lösungen sollen darüber hinaus wirtschaftlich, nachhaltig und qualitativ hochwertig sein. Die Fördermaßnahme RePhoR wird über die gesamte Laufzeit durch das Vernetzungs- und Transfervorhaben TransPhoR (Transfervorhaben zum Regionalen Phosphor-Recycling) begleitet, das inhaltliche und organisatorische Aufgaben wahrnimmt.

 

Nachrichten zur Maßnahme

Zuletzt geändert am