20.02.2017 28.02.2027
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Nachhaltige Entwicklung Urbaner Regionen – NUR

„Die Städte stehen an vorderster Front der nachhaltigen Entwicklung.“ So konstatiert 2018 der Generalsekretär der Vereinten Nationen António Guterres. Entscheidende Fragen auf dem Weg zu nachhaltigen und resilienten Städten sollen in der Fördermaßnahme NUR geklärt werden.

Bis zum Jahr 2050 werden 70 Prozent der Weltbevölkerung in Städten leben. Schon heute sind es mehr als 50 Prozent und der Trend zur Urbanisierung ist vor allem in Entwicklungs- und Schwellenländern ungebrochen. 80 Prozent der weltweit genutzten Energie und Ressourcen werden in urbanen Räumen verbraucht, und mehr als dreiviertel der globalen Emissionen werden dort erzeugt.

Gerade in schnell wachsenden Städten und ihrem Umland treten Probleme wegen mangelndem nachhaltigen Planens und Handelns geballt auf, weil sich die politischen, wirtschaftlichen und zivilgesellschaftlichen Institutionen nur schrittweise an die Herausforderungen der Urbanisierung anpassen können. Zu den Problemen zählen überforderte Infrastruktursysteme und ökologische Risiken wie die Verschmutzung der Luft, die Überlastung der Trinkwasserversorgung sowie der Abwasserentsorgung oder das Verkehrs- und Abfallaufkommen. Dies ist besonders in den schnell wachsenden urbanen Regionen im Asien-Pazifik-Raum spürbar. Die Städte befinden sich, entsprechend der sich schnell ändernden Anforderungen, in einem ständigen Umbauprozess.

Initiativen zur nachhaltigen Stadtentwicklung und einer entsprechenden öffentlichen Infrastruktur werden sowohl in Industrie- als auch in Entwicklungsländern nur dauerhaft vorsorgend und nachhaltig wirksam, wenn die Entscheidungsträger über solides Handlungswissen verfügen. Dabei kann die Forschung helfen, die Umstände und Voraussetzungen zu klären, unter denen sich Erfolgsmodelle verallgemeinern und auf eine spezifische Problemstellung übertragen lassen.

Das BMBF fördert hierzu seit Anfang 2019 im Zuge der Bekanntmachung der Fördermaßnahme „Nachhaltige Entwicklung urbaner Regionen – NUR" Projekte in schnell wachsenden Städten und urbanen Regionen in Entwicklungs- und Schwellenländern. Technologische Lösungen zu einer verbesserten Energie- und Ressourceneffizienz, zur Minderung des CO2-Ausstoßes und Konzepte für nachhaltige neue Infrastruktursysteme (Energieversorgung, Verkehrssysteme etc.) stehen dabei im Fokus genauso wie die Entwicklung gesellschaftlicher Innovationen zum Umgang mit resultierenden veränderten Lebensbedingungen.

Ziel der Fördermaßnahme ist es, in enger Kooperation zwischen Wissenschaft und Praxis lokal angepasste Lösungsstrategien, die sowohl zu einer Verbesserung ökologischer Faktoren als auch zu einer Erhöhung der Resilienz von Städten führen, zu erarbeiten, zu erproben und Impulse für eine dauerhafte Implementierung der Strategien zu setzen.

In der ersten Phase werden mit rund 10 Mio. Euro insgesamt 15 Definitionsprojekte in China und den südostasiatischen Ländern Kambodscha, Laos, Myanmar, Philippinen, Thailand und Vietnam für jeweils 18 Monate gefördert. Ab 2020 beginnt die vierjährige Förderphase der Entwicklung und Erprobung der Lösungsansätze, gefolgt von einer zweijährigen Phase, bei der explizit die Implementierung im Fokus steht.

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